Text-Bild-Ansicht Band 71

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Aus anderweitigen gewichtigen Gründen fand sich indessen die königl. Regierung bewogen, eine solche Ausführung für den Augenblik nicht zu beschließen, wogegen ich durch das hohe Finanzdepartement aufgefordert wurde, für eine Uebersezung des Berichtes über jenes Modell zu einer Wassersäulenmaschine und für die Beschreibung desselben in einigen passenden Journalen zu sorgen, damit man inzwischen für den Fall, daß Wassersäulenmaschinen späterhin beim Kongsberger Bergbaue in Anwendung kommen sollten, Gelegenheit hätte, das Urtheil mehrerer ausländischer Maschinenbauer oder Sachverständiger über Hrn. Steenstrup's bereits in einem gangbaren Modelle ausgeführte Idee zur Construction einer Maschine der Art zu erfahren. Indem ich nun im Nachstehenden der Aufforderung des hohen Finanzdepartements der königl. norwegischen Regierung zu genügen suche, so wage ich zugleich die Hoffnung auszusprechen, daß eine kurze Beurtheilung über jene Maschine in einer der bekanntesten Zeitschriften nicht ausbleiben werde:

Hr. Director Steenstrup beschreibt die von ihm projectirte Wassersäulenmaschine folgendermaßen:

„Schon bei der ersten Betrachtung der Abbildung dieser Wassersäulenmaschine auf Tab. III zeigt sich, daß dieselbe in einigen wesentlichen Punkten von den bisher gebauten Maschinen der Art mehr oder weniger abweicht, und ich halte es daher für nothwendig, die Gründe anzugeben, welche mich zu diesen Abweichungen bestimmt haben.

„Es ist mit den Wassersäulenmaschinen gegangen wie mit den Dampfmaschinen; die Macht der Gewohnheit und unzeitige Furcht widerstritten lange den einfachsten Verbesserungen, bis Jemand es wagte, die alten Formen zu verlassen. – Zwar könnte es bequemer für mich seyn, bei der Beschreibung der einzelnen Maschinentheile die abweichende Construction anzudeuten, aber wegen mehrerer Deutlichkeit für den Leser ziehe ich es vor, erst die Beschreibung ununterbrochen zu liefern und dann die Gründe für die Wahl der angewandten Construction anzugeben. Ich schreite daher zur Beschreibung, indem ich bloß noch bemerke, daß in allen Figuren dieselben Theile mit denselben Buchstaben bezeichnet sind und daß die Beschreibung hauptsächlich nach dem Gange des Aufschlagewassers geordnet ist.

A, Fig. 2, ist die unterste von den cylindrischen Röhren, durch welche der Aufschlag von der Tagesöffnung der Grube zur Maschine geht. (Die 8 untersten Röhren sind von Gußeisen und die übrigen gezogene Bleiröhren von gleicher Weite, aber mit abnehmender Metalldike.) Sie ist an den Verschlußventilkasten B von Gußeisen angeschroben. An der vom Auge weggekehrten Seite ist eine Stopfbüchse