Text-Bild-Ansicht Band 71

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drehen wird, so daß die Bewegung des Ventils in umgekehrter Richtung beginnt. Die Frictionsrolle wird über die Spize der Erhöhung des Regulators getrieben werden, bis alle Theile der Steuerung den Stand erreicht haben, welchen Fig. 5, α zeigt, und das Ventil an die Stelle gerükt ist, die es bei Fig. 5, β einnimmt, d.h. bis zu dem Momente, wo es im Begriffe ist, anzufangen, dem Aufschlagwasser Zugang zu dem Einfallrohre c zu öffnen. Von jezt an übernimmt der Regulator die Bewegung des Ventils zu vollenden oder die Wechslung seines Plazes, indem er im Nu die Frictionsrolle zur Seite wirft, und dadurch das Kreuz, den Triangel und den Sector mit dem Ventile auf den entgegengesezten Stand und Plaz von demjenigen dreht, welcher in Fig. 3, α und β abgebildet ist. Der Kolben H wird nun sinken und der Kolben G steigen, wodurch das Balancirrad nach der umgekehrten Seite gedreht wird, und die ganze Steuerung durchläuft nun die beschriebenen Stadien in entgegengesezter Richtung, woraus der Wechselgang der Maschine resultirt.

„Es sind nun noch die Gründe anzuführen, welche die Wahl der abweichenden Construction veranlaßt haben. Die überwiegenden Vortheile, welche Brahma bewogen, Cylinderkolben bei seiner berühmten Presse und der zugehörigen Preßpumpe anzuwenden, haben die Mechaniker fast aller Länder auf Benuzung derselben bei allen Preßpumpen geführt. Der Hauptvortheil solcher Kolben besteht darin, daß die Dichtigkeit der Liederung nach Gutbefinden in jedem Augenblike, sogar unter dem Gange der Maschine, regulirt werden kann, wodurch nicht allein die Dichtigkeit gesichert, sondern auch unnöthige Friction und Abnüzung der Liederung und Maschine vermieden wird. Bei anderen Kolben ist dagegen die Dichtigkeit und Friction gleich unsicher und zugleich beschwerlich zu reguliren. Man muß sich billiger Weise darüber wundern, wie es so lange übersehen oder vergessen werden konnte, daß eine Wassersäulenmaschine nichts anderes als eine Brahma'sche Presse ist, die stätig mit Aufschlagwasser versehen wird und ihren Wechselgang selbst regulirt. Man muß diese unbestreitbare und auffallende Wahrheit vergessen haben, und damit zugleich die Idee, die vorzügliche Einrichtung derselben auf die Construction jener überzutragen, indem man die Lederkolben und die alten langen, engen Pumpenstiefel und überhaupt die alten Pumpenformen beibehielt, welche doch gewiß kein praktischer Mechaniker bei einer Brahma'schen Presse anwenden möchte. Es ist hohe Zeit, diese Versäumniß zu berichtigen und in Erinnerung zu bringen, daß beide Maschinen in der Hauptsache ganz gleichartig sind. Inzwischen spricht hier zu Lande auch noch ein anderer Umstand für die Wahl der Cylinderkolben; man hat nämlich keine brauchbare Vorrichtung