Text-Bild-Ansicht Band 68

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Bewegungen und wundervollen Leistungen dieser Maschine erklärte, so erlaubte die nicht unbedeutende Complication derselben doch nur eine allgemeinere übersichtliche Anschauung. Die vertikale Kreissäge bildet eine Scheibe von 8 Fuß Durchmesser, auf deren Peripherie die gezahnten Segmente von Stahlblech festgeschraubt sind. Das Furnierholz, welches in feine Blätter zersägt werden soll, ist in senkrechter Lage auf einen Kloz angeleimt, und dieser leztere wird durch mehrere Schrauben auf dem Wagen, welcher sich der Säge entgegenbewegt, befestigt. Der Wagen selbst läuft mittelst Rollen auf einer Art Eisenbahn, und erhält seine langsame Bewegung mit Hülfe von Räderwerk und Schrauben von der Maschine selbst. In dem Augenblik, wo das dünne Furnier abgeschnitten ist, steht die Säge still, der Wagen geht von selbst zurük, das Furnierholz rükt um die Breite des Schnittes zur Seite, der Wagen rükt wieder langsam vorwärts, und die Säge greift von Neuem an, um ein zweites Blatt abzuschneiden. Diese manigfaltigen und scheinbar heterogenen Bewegungen werden durch keine Menschenhand geleitet, sie gehen alle aus dem inneren wohlberechneten Mechanismus der Maschine hervor, welche, ohne zu viel zu sagen, als ein Meisterwerk menschlichen Scharfsinnes angesehen werden darf. Ein Furnier von 5 Fuß Länge und 1 Fuß Breite war innerhalb 3 Minuten durchsägt. Dabei machte die Säge ungefähr 120 Umdrehungen in der Minute, was für einen Punkt der Peripherie einer Geschwindigkeit von 50 Fuß in der Sekunde entspricht.

Es wurde oben bemerkt, daß durch dieselbe Dampfmaschine auch noch drei gewöhnliche Sägegatter, jedes für 10 bis 12 Blätter eingerichtet, in Thätigkeit gesezt werden. Da nur selten der Fall eintritt, daß alle drei Gatter oder Rahmen zugleich in Bewegung sind, so hat die eiserne Kurbelwelle, welche senkrecht über denselben sich befindet, zugleich eine Einrichtung, um jedes einzelne Gatter aus dem Geschirr rüken, d.h. seine Verbindung mit den anderen aufheben zu können. Jeder Sägerahmen kann, wie gesagt, einen Holzstamm zu 12 Bretter auf ein Mal zersägen; daher ist die Möglichkeit gegeben, mit allen drei Rahmen innerhalb einer Stunde 3 Baumstämme in 36 Bretter zu verwandeln; in diesem Falle wäre jedoch beinahe die ganze Kraft der Dampfmaschine in Anspruch genommen, indem der Arbeit von 12 Sägeblättern 6 bis 7 Pferdekräfte entsprechen. Die Einrichtung der Sägerahmen ist durch Fig. 17 dargestellt; a, a, b, b sind die cylindrischen Leitungen, welche den Rahmen nöthigen, sich senkrecht auf und nieder zu bewegen; die Sägeblätter sind zwischen den beiden Seiten c, c und d, d des Rahmens aufgezogen und durch Schrauben gespannt; e, e, f, f sind dünne