Text-Bild-Ansicht Band 68

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das andere mit den kleinen Drahtgewinden gefüllt ist. Es fährt mit dem stumpfen Ende der Nadel in einen Haufen von Köpfen, spießt einen derselben auf, führt den Schaft in die Form auf dem kleinen Ambose, schiebt das Gewinde bis an das äußerste Ende der Nadel und läßt den schweren Stempel drei bis vier Mal darauf fallen, welches hinreicht, nicht nur den Kopf zu befestigen, sondern auch demselben die bekannte Kugelform zu geben. Die Gewandtheit und Geschiklichkeit, welche die zarten Geschöpfe bei dieser Manipulation beweisen, ist wahrhaft bewundernswürdig; das Ergreifen des Nadelschaftes, das Fassen des winzigen Ringchens, das Zurechtlegen auf dem Ambos, die vier Schläge mit der Wippe, alle diese partiellen Acte, in welche sich die Operation des Anköpfens theilt, sind das Werk von fünf Secunden, wonach ein Kind in einer Stunde 720 Steknadeln liefern kann. Der Grund, warum zu diesem Processe so kleine, zum Theil kaum sechsjährige Kinder genommen werden, liegt nicht sowohl in der Ersparniß durch den geringen Arbeitslohn, als besonders in der Natur des Geschäftes, welches zarte, gelenkige Hände und ein feines Gefühl in den Fingerspizen verlangt, wie man es nur bei Kindern suchen kann.

Von hier trat ich in ein anderes geräumiges Zimmer, wo die Köpfe an die Schäfte nicht angeschlagen, sondern angegossen werden. Dieses seltener angewendete Verfahren ist zwar viel leichter und productiver als ersteres, soll aber ein minder dauerhaftes Fabricat liefern. Auch hier finden wieder 30 bis 40 Kinder Beschäftigung. Jedes Kind hat eine Form vor sich, welche zum Gießen von fünfzig und mehr Köpfen auf ein Mal eingerichtet ist; sie ist in Fig. 20 im Durchschnitte dargestellt. Damit der Guß festhält, sind die Schäfte vorher an derjenigen Stelle, wo der Kopf hinkommen soll, durch eine der oben erwähnten Wippe ganz ähnliche Vorrichtung rauh geschlagen worden. Das Kind nimmt nun eine Handvoll Nadelschäfte und bringt sie auf die eine Hälfte a, b der Form in Rinnen, welche dicht neben einander liegen und sich in halbkugelförmige Vertiefungen endigen; sodann dekt es die zweite correspondirende Formhälfte a, c, welche bei a durch Charniere mit der ersteren verbunden ist, darüber, so daß nun das stumpfe, rauhgeschlagene Schaftende von einer kugelförmigen Höhlung umgeben ist, welche nur noch durch die Masse ausgefüllt werden darf. Ueber alle diese kleinen Höhlungen geht eine Rinne d, von deren Grund kleine Gießlöcher in die einzelnen Grübchen gebohrt sind. Wenn alle Formen zum Gusse bereit stehen, so füllt ein erwachsener Arbeiter die Composition, über deren Bereitung ich keine Auskunft erhielt, aus dem Schmelztiegel in einen Trichter mit feiner, durch eine Art Hahnen