Text-Bild-Ansicht Band 65

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Resultate vorauszuschiken, welche man an diesen erzielte, und die bereits durch eine mehrjährige Erfahrung bewährt sind.

An den Hüttenwerken in Wasseralfingen in Würtemberg bedurfte man, nach den Angaben des Hrn. Voltz 16), bei dem Betriebe mit kalter Luft zum Ausbringen von 100 Pfd. Roheisen zwischen 175 und 185 Pfd. Holzkohlen, wovon 100 Pfd. Buchen- und 85 Pfd. Fichtenkohlen. Bei der Anwendung von heißer Luft nahm der Verbrauch an Kohlen in dem Maaße ab, als die Temperatur höher stieg, so daß bei Luft von 195 bis 200° R. zum Ausbringen von 100 Pfd. Roheisen nur mehr 113 Pfd. Holzkohlen erforderlich waren. Der Verbrauch an Kohlen per Woche erlitt bei der Anwendung von heißer Luft kaum eine Veränderung; dagegen stieg aber die Production an Roheisen von 527 auf 735; auch lieferten die Oefen bei einem regelmäßigeren Gange Eisen von besserer Qualität und besser verglaste Schlaken.

An dem Hüttenwerke in Vienne im Dept. de l'Isère, wo die Luft in eigenen Oefen bis zum Schmelzpunkte des Bleies erhizt wird, bedurfte man auf 100 Pfd. Roheisen 250,87 Pfd. Kohks, die aus Steinkohlen von St. Etienne bereitet worden waren. Seit der Anwendung der erhizten Luft sank dieser Verbrauch auf 131,82 Pfd. Kohks, und 14,42 Pfd. Steinkohlen, womit die Luft erhizt wird, herab.

An mehreren Hüttenwerken Englands und Schottlands, an denen man die Luft noch über den Schmelzpunkt des Bleies hinaus erhizte, konnte man mit größerer Ersparniß die Kohks durch rohe Steinkohlen ersezen.17) So ist z.B. an dem Hüttenwerk von Clyde in Folge dieser Veränderung die tägliche Production von 6 auf 9 gestiegen. Dabei kam eine Tonne Roheisen im Jahre 1829 beim Betriebe mit kalter Luft und mit Kohks auf 95 Fr. 86 Cent.; im Jahre 1833 hingegen beim Betriebe mit heißer Luft und mit Steinkohlen nur auf 62 Fr. 42 Cent. In Calder sank der Gestehungspreis einer Tonne Roheisen von 99 Fr. 46 Cent., im Jahre 1833 in Folge der Anwendung von heißer Luft und rohen Steinkohlen auf 62 Fr. 15 Cent.

An den Cupolöfen oder an den Oefen à la Wilkinson brachte man es durch Anwendung von erhizter Luft innerhalb gleicher Zeit auf eine doppelte Production und auf eine Ersparniß an Brennmaterial und an dem übrigen Kostenaufwande, um beinahe die Hälfte.

Diese durch lange Erfahrung bewährten Thatsachen genügen,

16)

Wir haben den Bericht, den Hr. Voltz erstattete, im polyt. Journal Bd. LII. S. 100 ausführlich bekannt gemacht.

A. d. R.

17)

Man vergleiche hierüber den Bericht des Hrn. Gueymard im polyt. Journal Bd. XLIX. S. 189.

A. d. R.