Text-Bild-Ansicht Band 65

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hatte, nicht messen; gewiß befand sie sich jedoch unter dem Schmelzpunkte des Bleies, da mehrere in den Luftstrom gebrachte Stükchen Blei nicht in Fluß kamen.

Da 1 Kilogr. Steinkohlen mit kalter Luft nicht ganz 4 Kilogr. Dampf gab, und dabei einen Schlakenrükstand von 29 Proc. ließ, so konnte man schließen, daß das System, nach dem der Kessel gebaut war, fehlerhaft und die Steinkohle von sehr mittelmäßiger Güte war. Um sich von lezterer zu überzeugen, wurden an zwei verschiedenen Kesseln mit Kohlen, die von einem und demselben Haufen genommen wurden, Versuche angestellt. Einer dieser Kessel, der sich auf der Bleiche der HH. Schlumberger, Köchlin u. Comp. befand, aus Kupferblech bestand, und mit niederem Druk arbeitete, bildete einen Cylinder von 20 Fuß Länge, 5 Fuß im Durchmesser, und hatte zwei quer durch ihn laufende Siederöhren.

Dritter Versuch. Mit kalter Luft. Dauer 3 Stunden. 300 Kilogr. Steinkohlen verdampften 1600 Kilogr. Wasser, oder 1 Kilogr. Kohlen gab 5,33 Kilogr. Dampf. Die Kohlen ließen nach gänzlicher Verbrennung nur 60 Kilogr. Schlaken, d.h. 20 anstatt 29 Proc.

Der andere Kessel, der sich in der Spinnerei der HH. Schlumberger, Köchlin und Comp. befand, gehörte einer Dampfmaschine von 20 Pferdekräften, welche mit einem Druke von 2 1/2 bis 3 1/2 Atmosphären arbeitete; er bestand aus Gußeisen, hatte eine cylindrische Gestalt, und unterhalb zwei Siederöhren aus Eisenblech. Das Einsteigloch blieb gleichfalls beständig offen.

Vierter Versuch. Mit kalter Luft. Dauer 2 3/4 Stunden. 362 Kilogr. Steinkohlen verdampften 1737,60 Kilogr. Wasser, oder 1 Kilogr. Kohlen gab 4,80 Kilogr. Dampf. Nach gänzlicher Verbrennung waren 76 Kilogr. oder 21 Proc. Schlaken geblieben.

Die weiteren Versuche wurden mit dem lezteren Kessel mehr im Großen angestellt, und während der Dampf der Maschine, die mit einem Druke von beiläufig 3 Atmosphären arbeitete, zugeführt ward. Zur Feuerung wurden Steinkohlen von verschiedener Qualität genommen. Die Speisung des Kessels geschah theils mit kaltem Wasser von 9 bis 10°, theils mit Wasser, welches in einem zweiten Kessel, um den die heiße Luft vor ihrem Entweichen in den Schornstein circulirte, vorher auf 80 bis 90° C. erhizt wurde. Die zwischen dem Mantel und den Cylindern verdichtete Quantität Dampf, welche als Wasser an den Kessel zurükkehrte, wurde bei sämmtlichen Versuchen ganz vernachlässigt, da wir keine zum Abschäzen derselben geeignete Vorrichtung hatten. Das Speisungswasser wurde mittelst des Wasser-Reservoirs, welches vorher genau geeicht worden war, gemessen.