Text-Bild-Ansicht Band 65

Bild:
<< vorherige Seite

als der tiefste bis zum Boden des Tunnels 23 Yards mißt. Der Tunnel ist innen durchaus mit Baksteinen ausgemauert. Täglich ziehen 20 Maschinen und gegen 350 Passagiere durch ihn, wobei zu jeder Durchfahrt im Durchschnitte 1 1/4 Minute erforderlich sind. Der Dampf wird unter einem Druke von 56 Pfd. mit Kohks von bester Qualität erzeugt. Wir, die wir mit offenen Kutschenfenstern durch den Tunnel fuhren, wurden weder durch Rauch, noch durch Dampf, noch durch Luftzüge belästigt; die Temperatur im Wagen war angenehm und Alles fühlte sich troken an.

Schließlich müssen wir bemerken, daß die hier ausgesprochene Ansicht auch auf alle übrigen ähnlichen Tunnels angewendet werden kann, und selbst auf Tunnels von größerer Länge, wenn diese dafür höher und mit einer größeren Anzahl von Ventilirschachten ausgestattet sind.

2. Gutachten des Hrn. James Williamson, ältesten Arztes am Krankenhaus in Leeds.

Ich habe in Hinsicht auf die Wirkungen der Durchfahrt durch den Tunnel der Eisenbahn zwischen Leeds und Selby zu bemerken, daß mir weder in meiner Stellung als Spitalarzt, noch in meiner Privatpraxis auch nur ein einziger Fall vorgekommen ist, in welchem einer solchen Durchfahrt irgend ein nachtheiliger Einfluß auf die Gesundheit zugeschrieben werden konnte. Ich habe vielmehr vielen schwächlichen Individuen zur Befestigung ihrer Gesundheit Eisenbahnfahrten empfohlen, und mich von den günstigen Folgen, die hieraus selbst für Leute, die an leichteren Brustbeschwerden litten, erwuchsen, mehrfach überzeugt. Ich habe die Gewißheit, daß sich in dem Tunnel nie Dampf, Rauch und die gasförmigen Resultate der Verbrennung in einer solchen Menge ansammeln, daß eine wesentliche Verunreinigung der Luft daraus entstünde; und ich weiß auch, daß weder ein schädlicher Grad von Feuchtigkeit, noch auch irgend eine andere, ihm eigenthümliche Ausdünstung in demselben herrscht. Ich glaube, daß Leute mit sehr reizbarer Schleimhaut der Luftröhre die Luft des Tunnels eine beträchtliche Zeit lang einathmen können, ohne im Geringsten dadurch belästigt zu werden.