Text-Bild-Ansicht Band 65

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Bennet's Dampfmaschine für lange Seereisen.

Ein in New-York ansässiger französischer Mechaniker, Hr. Sabaton, hat für eines der Dampfboote, die in Zukunft den Dienst zwischen Liverpool und New-York versehen sollen, nach dem Systeme des Amerikaners Bennet eine Dampfmaschine erbaut, über die in dem Temps aus lezter Stadt Folgendes berichtet ward. Die Maschine hat zwei Dampfcylinder von 35 Zoll amerikanischen Maaßes im Durchmesser und 6 Fuß Hub; zwei Luftcylinder von genau halb so großem Rauminhalte, die von der Maschine in Bewegung gesezt werden, und die die Luft in den Kessel, dessen cylindrischer Theil 4 Fuß im Durchmesser und 12 Fuß Höhe hat, eintreiben. Der Ofen oder untere Theil des Kessels hat 3 1/2 Fuß im Durchmesser und 9 Fuß Höhe; das Brennmaterial wird durch die Rauchfangröhre eingetragen, welche so gebaut ist, daß nichts von der durch die Verbrennung entwikelten Wärme entweichen kann, sondern daß vielmehr Alles durch das Wasser getrieben wird, und indem es dabei alle auf dem Heerde entwikelten Gase mit sich führt, ein Agens erzeugt, welches dem Dampfe nicht an Kraft nachsteht, und mit diesem auch durch die beiden Dampfcylinder geht. Auf diese Weise gelangt also, während die Maschine in Thätigkeit ist, nur jene Luft in den Ofen, die durch die beiden Gebläse oder Luftcylinder eingetrieben wird. Die Maschine besizt 350 Pferdekräfte. Der Erfinder glaubt, daß 225 Fuß Luft erforderlich sind, um ein Pfund Kohle zu verbrennen, und daß die Luftcylinder in der hiezu nöthigen Zeit 2625 Fuß Luft in den Ofen treiben. Da die Maschine die Räder, welche 20 Fuß im Umfange haben, zu 35 Umgangen veranlaßt, so folgt hieraus, daß das Fahrzeug mit 12 Pfd. Kohle 1750 Fuß und mit 36 Pfd. eine Meile Weges zurüklegen wird. (Aus dem Mémorial encyclopédique, Mai 1837, S. 282.) (Man vergl. die Abhandl. S. 161 in diesem Hefte des polyt. Journ.)

Steyrische Methode kalt- und rothbrüchiges Eisen zu reinigen.

Das Journal des connaissances usuelles, Januar 1837, S. 25 gibt folgende Methode an, nach welcher man angeblich in Steyermark kaltbrüchiges Eisen zu reinigen pflegt. „Man röstet das Eisenerz mit einem Holzfeuer, dem man vor dem Kohlenfeuer den Vorzug gibt, und sezt es dann einige Zeit über der Luft und allen atmosphärischen Einflüssen aus. Dann bringt man es an einen Ort, an welchem das Wasser, welches darauf gegossen wird, nicht abfließen kann. Wenn es 2 bis 3 Tage lang im Wasser verweilt, so sezt man es neuerdings und bis zum vollkommenen Abtroknen der Luft aus, worauf man es abermals für 2 bis 3 Tage in's Wasser bringt, um es dann wieder zu troknen. Damit wird so lange fortgefahren, bis das Erz vollkommen rein erscheint. Man sucht das Eisen, wie die Arbeiter glauben, auf diese Weise von der mit ihm verbundenen Phosphorsäure zu befreien; es scheint jedoch, daß es mehr zur Beseitigung des Mangans, welches immer in größerer oder geringerer Menge damit verbunden ist, dient. Man müßte, um diese Frage zu lösen, das angewendete Eisenerz und das Wasser, in welches es eingeweicht wurde, einer Analyse unterwerfen. Dem sey übrigens wie ihm wolle, so sieht man in Steyermark sorgfältig darauf, daß das Erz so lange im Wasser bleibt, als noch Spuren von schwefelsaurem Kalke daran zu bemerken sind. Nach Beendigung dieser Operationen schreitet man zum Einschmelzen des Erzes, zu welchem Zweke man ihm, um den Fluß zu beschleunigen, und um das Eisen von der allenfalls noch im Erze enthaltenen Phosphorsäure zu befreien, Schiefer und Kalk beisezt.“

„Zur Reinigung und Verbesserung des rothbrüchigen Eisens bedient man sich eines ebenso einfachen und leicht ausführbaren Verfahrens. Man röstet die Erze zuerst lange und stark, und wiederholt diese Operation drei Mal, bis man glaubt, daß der größere Theil des Schwefels ausgetrieben worden ist. Dieses Rösten muß gleichfalls bei einem Holz- und nicht bei einem Kohlenfeuer vorgenommen werden. Nach demselben schreitet man zum Einschmelzen, wobei man zur Beförderung des Flusses und zur Abscheidung des Schwefels Kalk und Thon zusezt.“

„Man darf hieraus nicht schließen, daß der Phosphor und der Schwefel allein es sind, welche das Eisen kalt- und rothbrüchig machen; es können vielmehr mancherlei andere Umstände, wie z.B. die Verbindung des Eisens mit metallischen Erden, einen großen Einfluß dabei haben. Uebrigens hat die Erfahrung