Text-Bild-Ansicht Band 65

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daß der Vorstand selbst durch ein Stük einer metallenen Röhre beschädigt wurde, während sich die Kiele ganz harmlos zeigten und nur zerrissen wurden. Von 9000 Schüssen, welche in Portsmouth auf dem königl. Exercirschiffe Excellent mit den neuen Zündröhren abgefeuert wurden, hat auch nicht einer versagt. Es ward daher Hrn. Marsh eine Belohnung zuerkannt, und der Befehl ertheilt, 4000 Kanonen mit Percussionsschlössern zu versehen. Die Society of arts in London ertheilte dem Erfinder gleichfalls ihre silberne Medaille. (Mechanics' Magazine, No. 722)

Barr's verbesserter Webestuhl.

Hr. Barr, Webergesell in Mesnil-Esnard bei Bon-Secours, hat der Société d'émulation de Rouen einen von ihm verbesserten Webestuhl vorgestellt, der folgende Vortheile gewahrt. 1) kann er in jedem Locale aufgestellt werden; 2) ersezt er, was die Fabrikation gewisser Zeuge betrifft, den Jacquard-Stuhl; 3) kann ihn ein Kind von 12 bis 14 Jahren dirigiren, während der Jacquard-Stuhl einen vollkommen ausgewachsenen Mann erheischt; 4) kann man eine große Menge von Mustern darauf weben. Die Gesellschaft fand es im Interesse des uneigennüzigen Erfinders für nöthig, eine weitere Beschreibung dieses Stuhles einstweilen noch zurükzuhalten. Sie hat ihm jedoch ihre silberne Medaille zuerkannt, und bemerkt nur noch, daß derselbe Erfinder dermalen mit Ausarbeitung einer weiteren Vorrichtung, welche sich an allen Webestühlen anbringen läßt, beschäftigt ist. Auch diese Maschine arbeitet er ganz für sich allein, ohne Beihülfe irgend eines Mechanikers. (Mémorial encyclopédique. Junius 1837, S. 350.)

Verhalten von Wassertropfen auf erhiztem Metalle.

Hr. Laurent hielt vor einiger Zeit vor der Akademie der Wissenschaften in Paris einen Vortrag über das Verhalten des Wassers, wenn man es auf eine sehr stark erhizte Metallplatte wirft. Seine Resultate weichen von jenen Baudrimont's ab. Denn, während dieser Physiker die stattfindenden Erscheinungen dadurch erklärt, daß er behauptet die auf den Boden eines glühenden Tiegels gebrachten Wassertropfen befinden sich auf einer Temperatur, welche weit unter der Siedhize steht und nicht über 50° beträgt, ist Hr. Laurent dagegen der Ansicht, daß sich das Wasser der langsamen Verdünstung ungeachtet auf einer nahe an 100° betragenden Temperatur befinde. Er bemerkte, daß die Wassertropfen, welche einen regelmäßig gezähnten Umfang zeigen, beständige Sprünge machen, während deren sie die glühende Platte nur sehr kurze Zeit über berühren. Diese Sprünge, welche er auch am Queksilber beobachtete, schreibt er einer vibrirenden Bewegung zu. (Mémorial encyclopédique.)

Ueber die Verrükung des Nullpunktes an den Queksilberthermometern.

Die Verrükung des Nullpunktes an den Queksilberthermometern ist eine den Physikern bekannte Thatsache; unbekannt dagegen ist dermalen noch, in welcher Zeit sie eintritt, welche Ausdehnung sie erreichen kann, und von welchen Umständen sie bedingt ist. Hr. Legrand stellte in dieser Hinsicht mehrere Beobachtungen an, die für die Wissenschaft von Nuzen seyn dürften, und deren Hauptresultate sich in Folgendem zusammenfassen lassen. 1) Die Verrükung zeigt sich sowohl an Instrumenten, die einer constanten Temperatur ausgesezt sind, als auch an solchen, die den atmosphärischen Variationen unterliegen, sie scheint unter diesen Umständen an gleichen Instrumenten in gleichem Grade von Statten zu gehen. 2) Die Verrükung scheint nach Ablauf einer Zeit, welche nicht über vier Monate beträgt, ihre größte Höhe erreicht zu haben. 3) Die Verrükung ist selbst nicht an Instrumenten, die von einer und derselben Person zu gleicher Zeit verfertigt worden sind, eine und dieselbe. Die Differenz hängt weniger von der Gestalt des Reservoirs, als von dessen Beschaffenheit oder von der Dike und dem Abkühlen des Glases ab. 4) An den Thermometern mit Reservoir aus Glas beträgt die Verrükung 0,3 bis 0,5° des hundertgradigen Thermometers; an den Instrumenten mit Reservoir aus Krystallglas oder aus Email hingegen ist sie im Allgemeinen null und nichtig. 5) Die Verrükung erfolgt nicht gleichförmig; am raschesten