Text-Bild-Ansicht Band 65

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entwikelt sie sich unmittelbar nach Verfertigung des Instrumentes, nie aber so, daß die Veränderungen von einem Tage zum anderen bemerkbar wären. 6) Wenn man den Thermometer nach geschehener Verrükung bis zum Sieden des Queksilbers erhizt, und wenn man ihn dann an der Luft abkühlen läßt, so fällt der Nullpunkt wieder bis dahin, wo er nach Verfertigung des Instrumentes stand; nach und nach steigt er jedoch wieder wie früher. 7) Wenn ein Thermometer bis auf 300° erhizt und sehr langsam in einem Oehlbade abgekühlt wird, so steigt der Nullpunkt viel mehr, als wenn dieß nicht mit ihm vorgenommen worden wäre. Bei einer Reihe von Versuchen, wobei die Temperatur nicht über 290° C. stieg, betrug die Verrükung an gläsernen Reservoirs 1,4°, an Reservoirs aus Krystallglas hingegen 1,2°. 8) Ein Thermometer, der ein Mal auf 300° erhizt gewesen ist, erleidet keine Verrükung seiner Scala mehr, wenn man ihn der Luft aussezt. 9) Ein bei 300° ausgekochter, und bis zum Sieden des Queksilbers erhizter Thermometer zeigt, wenn man ihn an der Luft abkühlen läßt, ein Fallen des Siedepunktes, doch sinkt dieser nicht mehr bis auf die Stelle herab, die er unmittelbar nach Verfertigung des Instrumentes einnahm. 10) Wenn die Temperatur, bei der man einen Thermometer aussott, bedeutend geringer ist als 300°, so ist auch die Verrükung des Nullpunktes geringer. 11) Die Verrükung findet sowohl an offenen, als an solchen Thermometern Statt, aus denen die Luft ausgetrieben worden ist. Endlich kann die Verrükung nicht, wie einige Physiker glaubten, von einem durch Luftentwikelung bedingten Steigen des Queksilbers herrühren, weil sie mit Reservoirs aus Krystallglas bei gewöhnlicher Temperatur nicht eintritt, und weil sie nicht verhütet werden kann, wenn man den Thermometer offen läßt; sie scheint vielmehr nothwendig durch eine Zusammenziehung oder Verengerung des Reservoirs bedingt zu seyn. (Aus dem Mémorial encyclopédique.)

Ueber die Benuzung des Dolomits zu hydraulischem Kalke.

Hr. Vicat trug der Akademie in Paris eine neuere Abhandlung vor, in der er gegen einige von Berthier in den Annales de mines erhobene Einwendungen beweist, daß die Bittererde, wenn sie in einem Verhältnisse von 30 bis 40 Proc. vorhanden ist, den Kalk hydraulisch mache. Er glühte nämlich weißen ganz reinen Marmor bis zu vollkommener Austreibung der Kohlensäure, vermengte 44 Theile des auf solche Weise erzielten Kalkes mit 80 Theilen kohlensaurer Bittererde, welche 36,80 wasserfreie Bittererde repräsentirte, und formte aus diesem Gemenge Kugeln, die er, nachdem sie troken geworden waren, 4 Stunden lang der Rothglühhize aussezte. Der künstliche Kalk, den er auf diese Weise erhielt, löschte sich unter lebhaftem Aufbrausen sehr schnell. Zu einem Teige von guter Consistenz angemacht und in einem Gefäße mit Wasser übergossen, erhärtete er in 9 Tagen bis auf einen solchen Grad, daß seine nasse Oberfläche eine mit 300 Gramm beschwerte gewöhnliche Striknadel trug, ohne einen merklichen Eindruk anzunehmen. Dieser Versuch, sagte Hr. Vicat, beweist, daß sich die Dolomite von Lardin im Departement de la Dordogne, welche aus 50, 60 kohlensaurer Kalkerde, 42 kohlensaurer Bittererde, 5 Kieselerde, 2 Thonerde und 0,40 Eisenoxyd bestehen, sehr gut zur Erzeugung von hydraulischem Kalk eignen, zu dessen Bereitung ihn denn auch mehrere Baumeister bereits zu verwenden angefangen haben. – Hr. Dumas übernahm es bei dieser Gelegenheit die Franzosen darauf aufmerksam zu machen, daß diese Sache in Deutschland bereits als erledigt betrachtet werde, indem der berühmte Chemiker Fuchs in seiner gekrönten Preisschrift (polyt. Journal Bd. XLIX. S. 287.) schon vor mehreren Jahren zeigte, mit welchem Vortheil sich der Dolomit zur Bereitung des hydraulischen Kalks anwenden läßt.

Nachträgliche Vorschriften zum Färben verschiedener Holzarten.

Wir haben im Polyt. Journal Bd. LXIII. S. 135 einen Aufsaz über das Färben verschiedener Holzarten mitgetheilt, zu welchem folgende, aus dem Journal des connaiss. usuelles, Decbr. 1836, S. 261 entlehnte Vorschriften als Ergänzung dienen mögen.

1. Gelbe Farbe für Holz. Man überbürstet irgend ein weißes Holz mehrere Male mit einer Bürste, die in eine Curcumäbrühe getaucht worden ist.