Text-Bild-Ansicht Band 65

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Leztere bereitet man sich, indem man eine Pinte Weingeist einige Tage lang auf einer Unze Curcuma stehen läßt, und dann abgießt. Will man dem Gelb einen Stich ins Röthliche geben, so muß man etwas Drachenblut zusezen. – Ein sehr schönes, jedoch ins Braune ziehendes Gelb erhält man auch mit Scheidewasser, welches jedoch nicht zu concentrirt seyn darf, weil das Holz sonst leicht schwarz wird.

2. Rothe Farbe für Holz. Ein sehr schönes Roth erhält man mit einem starken Aufgusse von Brasilienholz mit gefaultem Urine oder mit Wasser, dem auf ein Gallon oder 7 Pfd. 6 Unzen eine Unze Perlasche zugesezt worden ist, bereitet. Man nimmt sowohl auf ein Gallon der einen, als der anderen dieser beiden Flüssigkeiten beiläufig ein Pfund Brasilienholz, und läßt das Ganze unter öfterem Umrühren 2 bis 3 Tage lang stehen. Wenn der Aufguß klar abgegossen und bis zum Sieden erhizt worden ist, so bürstet man das Holz damit bei dieser Temperatur so lange, bis es stark gefärbt erscheint. Ist dieß der Fall, so bürstet man es dann, während es noch feucht ist, mit einer Auflösung von 2 Unzen Alaun in einer Pinte Wasser. Ein minder lebhaftes Roth erhält man, wenn man eine Unze Drachenblut in einer Pinte Weingeist auflöst, und das Holz mit dieser Auflösung so lange bürstet, bis es hinlänglich gefärbt erscheint. – Um ein Rosenroth zu erzielen, soll man dem Brasilienholzaufgusse um zwei Unzen Perlasche mehr zusezen, und übrigens auf die angegebene Weise verfahren. Noch blässer wird die Farbe, wenn man die Quantität der Perlasche noch mehr erhöht, doch muß man in diesem Falle auch die Alaunauflösung stärker anwenden.

3. Purpurroth für Holz. Man bürstet das Holz mit einem starken Absude von Campesche- und Brasilienholz, den man sich bereitet, indem man ein Pfund des ersteren und 1/4 Pfd. des lezteren wenigstens eine Stunde lang mit einem Gallon Wasser kochen läßt. Hat das Holz hiedurch eine hinlänglich starke Grundfarbe bekommen, so läßt man es troknen, und überfahrt es leicht mit einer Auflösung von einer Drachme Perlasche in einem Quart Wasser. Leztere Flüssigkeit muß mit Sorgfalt angewendet werden, weil sie die Farbe vom Rothbraunen bis zu dem ins Blaue ziehenden Purpurroth wechseln macht.

4. Blaue Farbe für Holz. Man bürstet das Holz mehrere Male mit einer erwärmten Auflösung von Kupfer in Scheidewasser, und bürstet hierauf das mit dieser Kupferauflösung getränkte Holz so lange mit einer warmen Auflösung von zwei Unzen Perlasche in einer Pinte Wasser, bis es die gehörige Farbe erlangt hat.

5. Grüne Farbe für Holz. Man löst Grünspan in Essig oder krystallisirten Grünspan in Wasser auf, und bürstet damit das Holz bis es die gewünschte Schattirung bekommen hat. Die Auflösung ist gleichfalls warm anzuwenden.

6. Schwarz für Holz. Man bürstet das Holz zuerst mehrere Male mit einem heißen Campescheholzabsude, und hierauf 3 bis 4 Mal mit einem Galläpfelaufgusse, den man sich bereitet, indem man 1/4 Pfd. Galläpfelpulver mit zwei Quart Wasser 3 bis 4 Tage lang in der Sonne oder in gelinder Wärme stehen läßt. Das Poliren kann mit einer starken Bürste und mit schwarzer Schuhmacherwichse geschehen.

Ueber die Gelatine-Kapseln für den Arzeneigebrauch und zu anderen Zweken.

Hr. Mothes, Apotheker in Paris, hatte die glükliche Idee, Arzneistoffe, sie mögen pulverförmig oder flüssig seyn, wenn sie unangenehm zu nehmen sind, in luftdicht verschlossene Kapseln oder Kugeln aus Gallerte einzuschließen, wo man sie dann ohne allen Anstand wie Pillen verschlingen kann. Die Fabrication dieser Kapseln beschäftigt dermalen, obschon sie erst 2 Jahre alt ist, schon gegen 20 Arbeiter, und dürfte eine noch größere Ausdehnung erhalten, wenn das Patent ein Mal verfallen seyn wird. Nach den Angaben des Fabrikanten hat er in den Jahren 1835 und 1836 mehr als 2000 Kilogr. Gallerte erster Qualität und im Ganzen wohl 3500 Kilogr. verarbeitet. Die meisten wurden mit Copaivabalsam gefüllt, von dem Hr. Mothes im Jahre 1836 allein 1500 Kilogr. brauchte! Die Verfertigung dieser Kapseln ist sehr einfach. Man taucht nämlich ovale metallene Knöpfe, welche gehörig an einer Scheibe angebracht sind, in eine concentrirte