Text-Bild-Ansicht Band 61

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sind, die zusammen 325,000 Arbeiter beschäftigen, deren Taglohn im Durchschnitte zu 75 Cent. angeschlagen werden kann.

Die Weber sind im Allgemeinen schlecht bezahlt, was hauptsächlich davon herrührt, daß ihre Stühle bis in die Strohhütten auf dem Lande verbreitet, oder in Dörfern, wo der Arbeiter bald auf dem Felde, bald am Stuhle arbeitet, in kleine Webereien übergegangen.

Der Unterschied zwischen dem Preise der Façon des Webens und dem Verkaufspreise ist im Vergleiche mit dem Werthe des Baumwollgespinnstes, der wenigstens 2/3 des lezteren ausmacht, sehr unbedeutend. Ich erhielt z.B. dieser Tage aus der Schweiz, die immer mit England mit Vortheil concurrirte, folgende Berechnung der Kosten eines Stükes von 50 Ellen (welches später in zwei Theile getheilt wird), von 3/4 Breite und 75 Tragen oder 750 Kettenfaden.

Baumwollgespinnst nach dem laufenden Preise 29 Fr. 55 Cent.
Preis der Façon an den Weber 7 – 20 –
Façon der Kette und Sieden des zur Kette bestimmten Garns 1 – 08 –
Holz, Schlichte und verschiedene Kosten 0 – 60 –
Reparaturen und Interessen 0 – 75 –
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39 Fr. 18 Cent.

Die Elle kam daher in der Schweiz auf 78 Cent., und zwar bei derselben Qualität, die man gegenwärtig zu 80 Cent. im Elsaß verkauft, mit Einschluß des Gewinnes bei dem Gespinnste. Zwischen dem Gestehungspreise in der Schweiz und dem Verkaufspreise im Elsaß findet also gegenwärtig (1834), wo die Geschäfte sehr gut gehen, nur ein Unterschied von 15 Proc. Statt. Mit dem Gespinnste, welches unser Haus zu Lörrach dermalen aus der Schweiz und aus England bezieht, kommen ihm seine weißen Calicos von erster Elsaßer Qualität auf 87 1/2 Cent. die Elle zu stehen; dieselbe Qualität wird zu Mülhausen zu 1 Fr. verkauft. Dasselbe Haus kaufte vor wenigen Wochen zu Mülhausen Musseline zum Druke zu 1 Fr. 41 Cent. die Elle, welche ihm zu St. Gallen nur von etwas niedrigerer Qualität zu 1 Fr. 30 Cent. geboten worden.

Die Façon wird gewöhnlich per Stük berechnet; da jedoch das Stük in der Schweiz 58, in Frankreich 34 und in England 24 Ellen hat, so muß die Façon bei gleicher Qualität per Elle verglichen werden. Nach meinen Berechnungen beträgt sie bei Calico von der oben angegebenen Qualität in Elsaß 22, in Manchester 2252) und in der Schweiz 19 Cent. per Elle. Der geringe Unterschied des englischen Preises rührt davon her, daß in England mit Maschinen gewebt wird, und daß der Arbeiter daselbst drei Mal mehr verdient als in Elsaß.

Das Elsaßer Fabrikat besteht größten Theils aus einem zum Druke bestimmten Calico, von dem nur in höchst seltenen Fällen nach der Schweiz ausgeführt wird. Die für den Bedarf Frankreichs bestimmten Qualitäten eignen sich weder für England, noch überhaupt zur Ausfuhr; was für die Ausfuhr bestimmt wäre, müßte eigens erzeugt werden, und erforderte in den Werkzeugen und selbst in den Webestühlen Modificationen.

52)

Es scheint sich hier ein Drukfehler in diese Angabe eingeschlichen zu haben, den wir jedoch in keinem der Journale, in welche Hrn. Köchlins Aussagen übergingen, verbessert fanden. A. d. R.