Text-Bild-Ansicht Band 61

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dem Glase enthaltenen Silicate oder Kieselerde-Verbindungen nicht zugleich auch von den in den schäumenden Weinen enthaltenen Säuren angegriffen und zersezt würben. Der Druk, den der schäumende Wein auf die Wände der Flaschen ausübt, wird nämlich nur auf höchstens 5 bis 6 Atmosphären angeschlagen; es erhellt demnach offenbar, daß wenn Flaschen, die doch einen 3, 4 und manchmal sogar 6 Mal größeren Druk aushielten, so leicht brechen konnten, nothwendig durch die in ihnen enthaltene Flüssigkeit eine bedeutende Einwirkung auf die Glasmasse Statt gefunden haben mußte. Hierauf und auf das Studium der Substanzen, welche zur Glasmasse verwendet werden, haben demnach die Glasfabrikanten hauptsächlich ihr Augenmerk zu richten, mit Hülfe der Chemie könnte vielleicht auf diesem Wege dem Zerspringen der Flaschen, welches den Champagner so sehr vertheuert, gänzlich abgeholfen werden.“

Newton's Verbesserungen in der Zubereitung gewisser Faserstoffe,

auf welche am 17 Februar 1835 in England auf die von einem Ausländer gemachten Mittheilungen hin ein Patent genommen ward, beziehen sich hauptsächlich auf die Behandlung, welche besonders der neuseeländische Flachs und verschiedene andere in- und ausländische, anstatt des Flachses und Hanfes anwendbare Faserstoffe erleiden sollen. Sie bezweken die Abscheidung der Rinde und der Agen von der Faser, und eine solche Theilung dieser lezteren, daß hiedurch das Hecheln leichter und besser von Statten gehen solle. Das London Journal enthält in seinem Juniushefte l. J. eine Beschreibung und Abbildung der hiezu bestimmten Maschine, die jedoch so einfach ist, daß sie mit folgenden wenigen Worten Jedermann begreiflich gemacht seyn dürfte. Man bindet die Faserstoffe nämlich zuerst in kleine Bündel, und legt diese auf eine vollkommen ebene oder gerippte Oberfläche, die aus Steinmasse, Eisen oder einem anderen geeigneten Materiale bestehen kann, und auf der ein Stein umläuft, der gleichfalls glatt oder gerippt ist. Die Achse dieses Läufers wird mittelst Winkelrädern und eines von einer Dampfmaschine oder einer anderen Triebkraft herlaufenden Bandes umgetrieben. Nachdem dieser Proceß drei bis sieben Stunden angedauert, bringt man den Faserstoff in die Hechelmaschine, in der er zuerst mit gröberen und dann mit feineren Hecheln behandelt wird, bis er vollkommen gereinigt und zubereitet ist. Das Zusammenbinden des Faserstoffes in Bündel ist übrigens nicht nöthig, sondern man kann ihn auch frei in die hier beschriebene Art von Mühle bringen.

Ueber den Opiumbau zu Kara-Hissar in Kleinasien

entnehmen wir aus einem Schreiben des Hrn. Carl Texier zu Constantinopel Folgendes. Das Terrain der hochgelegenen Ebene von Kara-Hissar, wo man das vorzüglichste Opium gewinnt, ist durchaus vulkanisch und zur Trachyt-Formation gehörig. Das Erdreich besteht aus einem graulichen, gleichartigen Thone, der mit Wasser keinen Teig bildet, und hie und da mit einem schwarzen vulcanischen Sande, auf welchem eine dike Humusschichte ruht, wechselt. Die Temperatur jener Gegenden ist im Winter so kalt, daß mehrere Monate Schnee liegt, weßwegen denn die Vegetation auch weit weniger den südlichen Charakter hat, wie jene des südlichen Frankreichs. Wenn im Sommer die Temperatur bisweilen auch auf 25–30° R. steigt, so hat dieß. doch keinen Einfluß auf die Opiumernte, die mit Junius beendigt ist. Hr. Texier beobachtete vom 22. Junius bis 6. Julius nur eine Temperatur von 10–12° R. Unumgänglich nothwendig zur Opiumgewinnung ist es aber, daß in der zweiten Hälfte des Mais und im Junius keine starken und andauernden Regen fallen, indem ein Regen, der ein Paar Tage währt, eine ganze Ernte zu Grund richten kann. Einige Tage nachdem die Blüthen abgefallen, werden die Mohnköpfe horizontal eingeschnitten, jedoch so daß der Schnitt nicht bis in das Innere der Kapsel dringt. Den nächsten Tag darauf wird das; bei dem Schnitte ausgequollene braun gewordene Opium mit einem großen Messer abgekrazt und hierauf in kleine irdene Gefäße gestampft, wobei man ihm etwas Speichel zusetzt, um es besser Zusammenbaken zu machen. Um das Opium schwerer wägen zu machen, pflegen einige Bauern das Oberhäutchen der Mohnköpfe mit abzukrazen, so daß hiedurch allein öfters schon 1/12 fremdartiger Stoffe in das Opium gelangen. Die Mohnköpfe werden nur ein Mal angeschnitten, später aber noch auf Mohnsamen benuzt, (Hermes No. 10.)