Text-Bild-Ansicht Band 61

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Aufbewahrung der Spargeln für den Winter.

Man pflegt die Spargeln bekanntlich in Dunst eingesotten oder in Zuker aufzubewahren; einfacher und mehr für die Aufbewahrung im Großen geeignet ist folgendes Verfahren. Die Spargeln werden, nachdem sie gut gewaschen und unten abgeschnitten worden, in einem irdenen Gefäße in siedendes Wasser gegeben, und nachdem sie gesotten, in diesem mit einem mehrfach zusammengelegten Tuche bedekt. Nach einer Stunde läßt man sie in einem Siebe abtropfen, worauf man sie in ein anderes Tuch eingeschlagen abtroknen und abkühlen läßt. Mittlerweile bereitet man sich eine Auflösung von Kochsalz in siedendem Wasser; und wenn auch diese abgekühlt, legt man die Spargel in irdene Gefäße, in denen man sie mit einem Steine beschwert und mit der Salzlake begießt. Um den Zutritt der Luft abzuhalten, kann man obenauf Hammelfett gießen. Die solcher Maßen behandelten Spargel können im Winter, nachdem sie mit Wasser ausgewaschen, verkocht werden. (Journal des connaissances usuelles, April 1836.)

Beispiel einer doppelten Kartoffelernte.

Hr. Bonnet in Boulogne-sur-mer riß gegen Mitte Julius die Stängel von 8 Frühkartoffelpflanzen aus, wobei die Knollen im Boden zurük, die Wurzeln hingegen an den Stängeln hängen blieben. Er schnitt diese beiläufig 8 Zoll hoch über den Wurzeln ab, pflanzte sie in 6 Zoll tiefe Löcher, und begoß sie. Die Pflanzen trieben in kurzer Zeit frisches Kraut; sie wurden zur gehörigen Zeit angehäufelt und überhaupt so behandelt, wie man es gewöhnlich zu thun pflegt. Um Mitte Oktober, wo daß Kraut abzusterben anfing, wurde nachgesehen, und man fand, daß jede Pflanze eine zweite Ernte von 10 bis 15 großen Kartoffeln gegeben hatte, die sogar weit schöner waren, als jene der ersten Ernte. (Mémorial encyclopédique. Mai 1836.)

Die Saugpumpe das beste Mittel gegen die Trommelsucht der Wiederkäuer.

Hr. Claude-Philippe David berichtete der landwirthschaftlichen Gesellschaft der Indre, daß er unter allen Mitteln, welche er gegen die durch zu vielen Kleegenuß verursachte Trommelsucht der Wiederkäuer versucht habe, und worunter er namentlich den Aether, die Javell'sche Lauge, die Milch, das Oehl, die Klystiere und den Trokart anführt, die Saugpumpe am besten befunden habe. Er führt die Pumpe, welche sonst auch als Sprize dienen kann, leer und geschlossen in den Mastdarm, und beginnt dann zu pumpen. Beim ersten Zuge ist der Gegendruk der äußeren Luft auf den Kolben oft so groß, daß zwei Personen nöthig sind, um den Stempel zurükzuziehen, und um dadurch das Gas aus den Gedärmen auszupumpen. Bei jedem Zuge geht es aber leichter, und bei jedem Zuge wird auch dem Thiere wöhler; nach dem sechsten Zuge geht gewöhnlich eine große Menge Gas von selbst ab, womit das Thier gerettet und geheilt ist, während bei der Anwendung des Trokarts die Heilung der Wunde öfter 14 Tage und drei Wochen braucht. (Journal des connaissances usuelles, April 1836)

Mittel gegen mehrere schädliche Insecten.

Das Journal des connaissances usuelles gibt in seinen neuesten Heften mehrere Mittel gegen verschiedene schädliche Insecten an, von denen wir folgende als bisher noch wenig bekannt ausheben. Gegen die Maulwurfsgrille soll man auf einen Flächenraum von 48 Quadratfuß ein Gemenge von 3 Pfd. Senfmehl, 6 Pfd. Sägespäne und 6 Unzen Steinöhl ausstreuen, oder auch unter den Dünger mengen. Dasselbe Mittel dient auch zur Vertilgung der Engerlinge; besonders wenn man es mehrere Male im Jahre anwendet, und den Boden danach behaut. Gegen die Kohlraupen soll man, wenn man die gelegten Eierklumpen nicht lieber von Kindern absuchen lassen will, 2 Pfd. Terpenthin mit 6 Pfd. Wasser abkochen, und mit diesem Wasser dann Nachmittags die mit Ungeziefer behafteten Pflanzen besprengen. Auch kann man zu demselben Zweke 12 Pfd. Ruß 48 Stunden lang