Text-Bild-Ansicht Band 59

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mehlige Substanzen seine Anwendung; denn Hr. Lefroy, Oberberg-Ingenieur, bewahrt schon seit 4 Jahren Kastanienmehl, welches von den HH. Porcheron und Languereau bereitet worden ist, auf, ohne daß dasselbe auch nur im Geringsten seinen ursprünglichen Geschmak verloren hätte.

Die beiden leztgenannten Fabrikanten erzeugen in ihrer Fabrik Sago, Tapioca, Bohnen-, Erbsen-, Linsen-, Bataten-, Mais-, Kastanien- und andere Mehlsorten, welche sowohl im Hauswesen, als in der Arzeneikunde mannigfache nüzliche Anwendung finden. Die Fabrik, welche dieselben in St. Ouen errichteten, ist noch zu neu, als daß wir ausführliche Details über sie geben könnten; allein das daselbst befolgte Verfahren scheint uns mit jenem des Hrn. Duvergier große Aehnlichkeit zu haben.

Die Hülsenfrüchte werden nämlich, nachdem sie ausgesucht und sorgfältig gereinigt worden sind, beiläufig eine Viertelstunde lang in einem Kessel mit doppeltem Boden der Einwirkung des Dampfes ausgesezt. Sie kommen stark aufgebläht und mit zerrissener Schale aus dem Kessel, werden dann einige Stunden der Luft ausgesezt, und hierauf auf Geflechten in einen Trokenofen gebracht, in welchem man sie beiläufig 14 Stunden lang bis zu vollkommener Trokenheit beläßt. Wenn sie in Folge des Troknens wieder ihre frühere Größe bekommen haben, so hängt die Schale nur mehr lose an dem Fleische oder an der mehligen Substanz, so daß sie sich sehr leicht in Form eines dünnen Häutchens ablöst. Endlich werden die einschälten Hülsenfrüchte zwischen gerieften Cylindern gebrochen und in Mehl verwandelt.

Die Fabrikate der HH. Porcheron und Languereau schienen uns sehr gut bereitet; denn sie besizen vollkommen den Geruch und den Geschmak der Substanzen, aus denen sie erzeugt wurden; auch bemerkt man an ihnen durchaus nicht jenen Geschmak nach Staub, und jene Schärfe, welche man an mehreren ähnlichen Fabrikaten trifft. Das halbe Kilogramm oder das Pfund Erbsen-, Linsenmehl etc. kostet 70 Cent., und bei größerem Absaze wird dieser Preis noch bedeutend sinken.

Hr. Porcheron, der seine Kunst studirt, und ihr die gehörige Ausdehnung zu geben bemüht ist, hat nun, nachdem er selbst in Italien die Fabrikation der dortigen Vermicelli etc. erlernt hat, eine derlei Fabrik in der Auvergne angelegt. Er sucht ferner unsere inländischen Sazmehlarten so zuzubereiten, daß sie in Hinsicht auf Form und Geschmak der Tapioca, dem Sago, dem Salep etc. gleichkommen, um uns auf diese Weise von dem Tribute, den wir in diesen Substanzen dem Auslands zollen, zu befreien. Man hat in dieser Hinsicht bereits mehrere Versuche gemacht; das Verfahren, welches Madame Chauveau