Text-Bild-Ansicht Band 59

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de la Miltière gemäß einem im Jahre 1806 erhobenen Patente befolgte, ist folgendes. Das Kartoffelstärkmehl wird noch feucht durch ein Metallsieb, welches sich über einer Platte aus Weißblech befindet, getrieben, und dann in einen Ofen gebracht, der so weit erhizt ist, als es zum Brodbaken erforderlich ist. Wenn das Stärkmehl sich von der Platte abzulösen beginnt, so nimmt man es aus dem Ofen, um es zu mahlen und durch Siebe von verschiedener Größe laufen zu lassen. Die ersten Versuche, welche die HH. Porcheron und Languereau mit Bereitung inländischer Tapioca angestellt haben, sind so gut ausgefallen, daß man von ihrem Eifer und ihrer Sachkenntniß den besten Erfolg erwarten darf.

X. Auszug aus dem Berichte des Hrn. Vallot über die Senffabrikation, welche Hr. Raybaud in Paris, rue St. Denis, No. 125, betreibt.

Aus dem Bulletin de la Société d'encouragement. Mai 1835, S. 251.

Die Epoche, von der sich die Senffabrikation herschreibt, ist nicht leicht zu ermitteln; wohl aber ist bekannt, daß Dijon, die Hauptstadt Burgunds, schon in alten Zeiten wegen seines trefflichen Senfes berühmt war; und daß ihm die Güte seiner Reben, seines Essiges und seines Mostes diesen Ruf bis in neuere Zeiten erhielt. Nach einer alten Sage, welche in vielen Chroniken als Anekdote vorkommt, hätte Philipp der Kühne von Burgund der Stadt Dijon, die ihm so kräftigen Beistand leistete, nebst mehreren Privilegien auch jenes verliehen sein Wappen und sein Kriegsgeschrei: Moult me tarde führen zu dürfen. Man ließ dieß an das Hauptthor Dijons schreiben: allein ungeschikter Weise kam das mittlere Wort unter die beiden übrigen zu stehen, so daß man Moult tarde zu lesen bekam, was zu vielen Wizeleien Anlaß gab, da Dijon bereits zu jenen Zeiten wegen seines Senfes (französisch moutarde) berühmt war.

Im Jahre 1394 rechnete eine eigene Zunft, die sogenannten Sauciers, welche verschiedene Saucen bereiteten, auch die Fabrikation der Senfe und Essige zu ihren Attributen, und im Jahre 1514 eignete sich diese Zunft den Namen Vinaigriers-Moutardiers an. Wenn nun gleich aus diesen und mehreren anderen Documenten genügend hervorgeht, daß die Senffabrikation in sehr alte Zeiten zurük reicht, so scheint es dennoch, daß jene Verfahrungsweisen, nach denen man dem Senfe einen eben so mannigfaltigen, als angenehmen Geschmak