Text-Bild-Ansicht Band 59

Bild:
<< vorherige Seite

dieß bisher der Fall war. Dessen ungeachtet glaube ich aber, daß es besser gewesen wäre, wenn die Gesellschaft noch auf der Bahn der Versuche fortgefahren wäre, und getrachtet hätte den Beweis für das Richtige ihrer Theorie vorher in einem kleineren Maaßstabe zu führen.

Der Ballon wird seiner Form gemäß in der Richtung des Windes liegen. Wenn die Luftströmung der verlangten Richtung nur wenig entgegen ist, und die Flügel in Bewegung gesezt werden können, so dürfte es wohl wenig Zweifel unterliegen, daß mit dem Ruder H die Bahn eingehalten werden kann. Ist der Wind hingegen sehr entgegen, so bleibt den Luftschiffern nichts Anderes übrig, als das Fahrzeug in eine etwas tiefere Luftschichte zu bringen, indem in verschiedenen Luftschichten bekanntlich oft verschiedene Luftströmungen herrschen. Um im Nothfalle ein solches Senken zu bewirken, wird in einen kleinen Ballon, der sich in dem äußeren großen befindet, einer Fischblase nicht unähnlich ist, und auf sehr einfache Weise gefüllt oder entleert werden kann, atmosphärische Luft getrieben. Wenn nämlich dieser kleine Ballon mit atmosphärischer Luft gefüllt wird, so wird das in dem großen befindliche Gas so zusammengedrükt, daß die ganze Maschine specifisch schwerer wird als die atmosphärische Luft und folglich herabsinkt. Gelangt man in einen günstigeren Luftstrom, so wird die Luft aus dem kleineren Ballon wieder entfernt, wo sich dann das Gas in dem großen Ballon wieder ausdehnt, und dadurch die Schwimmkraft der Maschine herstellt.

Diese Methode mag zwar allerdings ihrem Zweke entsprechen; allein es scheint mir, daß große Gefahr des Berstens entstehen dürfte, wenn man das Gas in den Ballons so comprimiren wollte, daß dadurch eine merkliche Verminderung in der Schwimmkraft des Apparates entstünde. Weit besser scheint mir jener Plan, den Hr. G. C. Atkinson von Newcastle-upon-Tyne vor einigen Jahren zu demselben Zweke vorschlug. Nach diesem Plane soll nämlich dem Ballon eine hinlängliche Quantität Gas entzogen und in einem geeigneten kupfernen Gefäße verdichtet werden, um es dann je nach Bedarf wieder in den Ballon zurüktreten lassen zu können.

Was die von der Gesellschaft befolgte Methode ihr Luftschiff fortzutreiben betrifft, so muß ich gestehen, daß ich dieselbe nichts weniger, als für die beste halte. Entsprechender scheint mir jene Methode, welche ich von Hrn. Tatum vor einigen Jahren in seinen Vorträgen über Luftschifffahrt empfehlen hörte. Tatum wollte nämlich die Luftballons mittelst zweier kreisender Windfänge und einem Ruder getrieben und gesteuert wissen; und solchen. Windfängen kann auch wirklich mit weit geringerem Verluste an Kraft eine größere