Text-Bild-Ansicht Band 59

Bild:
<< vorherige Seite

besonders da das Fahrzeug nicht fest, sondern bloß durch Seile, welche lediglich durch das Gewicht der Luftsegler gespannt erhalten werden, mit dem Ballon verbunden ist. Es kommt mir dieß eben so vor, als wollte man einen Wagen durch irgend einen an den vorderen Rädern angebrachten Apparat steuern, während er von den Pferden in gerader Richtung fortgezogen würde.

Nach meiner Ansicht sollte man dem Ballon die Gestalt einer doppelt convexen Linse geben, wovon dann die eine Convexität nach Oben, die andere nach Abwärts gegen die Erde gerichtet wäre, so daß das Schiff genau unter dem mittleren oder kugelförmigen Theile hinge. Um den Rand dieser Linse herum sollte ein Reifen angebracht seyn, an welchem nicht nur das Schiff aufgehängt werden müßte, sondern an dem auch einige leichte Stangen mit Segeln anzubringen wären: und zwar auf solche Weise, daß sie ohne Störung des Gleichgewichts vom Schiffe aus gehandhabt werden könnten. Zwischen den Segeln sollten sich nach Hinten die Ruder befinden, die auf gleiche Art unter der Direction des Steuermannes stehen müßten. Die Last muß nothwendig mit der Schwimmkraft des Ballons im Verhältnisse stehen, indem sonst die Reisenden eben so herumgeschaukelt werden würden, wie dieß mit dem Schwanze eines papiernen Drachen zu geschehen pflegt, wenn er zu leicht oder zu kurz ist. Anstatt aller Apparate zum Treiben des Ballons würde ich lieber Luftströmungen aufsuchen, die der verlangten Richtung so viel als möglich entsprechen, und durch Laviren an den verlangten Ort zu gelangen trachten.

Da das Gas hoch zu stehen kommt, und nicht immer zu haben ist, so würde ich die Luft in den Ballons lieber durch Anwendung von Wärme verdünnen. Man könnte zu diesem Behufe leicht einen kleinen leichten Ofen in dem Schiffe anbringen, und die erhizte Luft oder den Rauch in einer biegsamen Röhre und auf solche Weise in den Ballon leiten, daß nicht leicht durch Feuer ein Unglük geschehen kann. Der Zufluß an heißer Luft ließe sich durch einen Dämpfer so reguliren, daß der Ballon nach Belieben gesenkt oder höher getrieben werden könnte. Montgolfier stieg auf diese Weise bekanntlich mehrere Male auf. Vielleicht könnte man übrigens noch wohlfeiler aufsteigen, wenn man dem Ballon ein Gestell aus dünnen Stahlstäben gäbe, darüber ein Nez zöge, welches einen Druk von 12 bis 14 Pfund per Zoll aushalten könnte, das Ganze dann mit luftdicht gemachtem Seidenzeuge überzöge, und endlich die Luft in dem Ballon mit einer Luftpumpe auspumpte (?). Ich hielt diese Idee anfangs für ganz neu, fand jedoch bei reiflichem Nachforschen, daß bereits der herühmte Bacon denselben Vorschlag gemacht hatte. Ich