Text-Bild-Ansicht Band 39

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bei seinen Instrumenten, die er für sich immer erfinden mag, auf die Ausdehnung des Holzes Rüksicht zu nehmen, über welche man freilich noch nicht zu viel wegen Längen- und Querschnitts-Ausdehnung gethan findet. Auch bemerke ich Hrn. Dr. Dietrich sich mathematischer auszudrüken, als es geschah: A und B sind Planspiegel, welche mit der Platte unter einem gewissen Winkel liegen, dessen Grade willkürlich sind“ etc. etc.; gewisse Winkel sind nicht beliebige, und diese nicht willkürlich; ich würde einen Winkel von 45 Grad aus Gründen vorziehen.

Was den Gebrauch des Instruments, wie ihn Hr. Dr. Dietrich angibt, betrifft, so handelt er zwar in seiner Gebrauchsanweisung von einem termino a quo, doch bestimmt er nicht den terminum ad quem, überläßt dieß dem Feldmesser, während er dem Publicum glauben macht er habe eine so sichere Hand, daß er mittelst eines Nonius, der wohl sehr ungeometrisch gezeichnet gewesen, (es bleiben die Grade unverändert) bis zu 6 Minuten, einen Zehntel-Grad abnehmen will.

Nun die Vortheile des Reflectors vor dem Spiegelsextanten. Es lobt der Erfinder seine Erfindung, was gar nicht nöthig war, da Hr. Dr. Dietrich selbst diese Vortheile nur solche schienen, wer wird und darf als Mathematiker dem Scheine trauen, der oft zu leicht trügt?

1) Die Einfachheit und Kleinheit des Instruments. Ich erwähne nur, daß es bei der Construction des Instruments sehr nöthig gewesen wäre, die Regel zu bedenken: es müssen alle Theile dem Zwek des Instruments gemäß eine gleichgroße Genauigkeit geben, und hiernach dessen Kleinheit bestimmt werden. An guten Instrumenten werden dann weder zu wenig Stifte und Schrauben, noch deren zu viel angebracht werden; ja ich glaube, daß dieser Reflector, um ein gutes Instrument zu werden, außer einer ganz andern Construction auch noch einige Schrauben und Stifte erfordern würde. Der Verlezung, so wie der Gefahr der Beschädigung, ist jedes Instrument ausgesezt; und um so mehr, wenn Leute die keine Geometer sind, auch wohl noch nicht viel Instrumente gebraucht haben, dieselben handhaben wollen oder gar sollen. Leider nennt sich gar Mancher Geometer, ohne es a teneris unguiculis zu seyn. Ein Geometer muß in der Jugend gebildet werden, und dieß erst praktisch, was sehr viel zum Verstehen und Eindringen in die Theorie der Wissenschaft beiträgt. Daß Hrn. Dr. Dietrich's 14jähriger Knabe dieses Instrument benuzen konnte, ist sehr gut, und ich glaube es demselben, wie jedem andern, aufs Wort. Wegen des zuvor Gesagten erwähne ich nur die Erfahrung an mir, der ich 14 1/2 Jahr alt, das Vermessen mit Kette, Zollmannscher Scheibe, Meßtisch und Boussole, so wie auch das Nivelliren erlernte; mit Instrumenten, von denen z.B. nur die Boussole theurer und auch empfindlicher war als Hrn. Dr. Dietrich's Reflector, freilich ein Instrument,