Text-Bild-Ansicht Band 39

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8)

Fig. 4. ist ein Querdurchschnitt durch das Instrument nach derselben Richtung, wie in Fig. 3., mit einer Abänderung meiner oben beschriebenen Vorrichtung: hier ist nämlich nur ein Unterhammer, indem bei dieser Vorrichtung der gewöhnliche Stoßer (Sticker) angebracht ist. cc ist die Taste, die tiefer hinabgebogen ist, als oben angegeben wurde, um Plaz für den Stoßer, n, zu bekommen, der auf die gewöhnliche Weise auf den schlagenden Hammer, i, wirkt.

Fig. 5. zeigt ein anderes Instrument ähnlicher Art, das aber höher ist, als die oben beschriebenen, oder als andere ähnliche aufrechte Fortepianos. Auch hier läßt sich am Spiele dieselbe Einrichtung anbringen, und es können gerade oder gekrümmte Tasten gebraucht werden. Hier fallen aber die sogenannten Stoßer weg, und alle Theile der Saite über dem Dämpfer bleiben, mit Ausnahme der seidenen Vorderseite, frei. Die Weise, nach welcher ein solches Instrument besaitet wird (siehe die Figur), gibt die Möglichkeit der Anwendung meiner Verbesserung.

Mein Patent-Recht gründet sich auf meine Zusammenstellung bereits bekannter Theile, und vorzüglich auf die gekrümmten Tasten, die übrigens auch bei Clavieren und horizontalen Fortepianos gebraucht werden können.

XI. Ueber das Aufziehen der Uhren, über künstliche Bewegungen, und überhaupt über die Vortheile, wenn man Alles gehörig beachtet und benüzt.

Aus dem Journal of the Franklin Institute, mit Zusäzen von Hrn. Gill, in dessen technol. and microscop. Repository. Bd. VI. N. 6. S. 355.

Ein Hr. Rich. Ward zu Waterbury, New-Haven-County, Connecticut, ließ sich am 5. Nov. ein Patent ertheilen, um Luft zum Aufziehen der Uhren anzuwenden. Luft wird bekanntlich durch Wärme ausgedehnt und durch Kälte zusammengezogen: diese Ausdehnung und Zusammenziehung der Luft während des natürlichen Wechsels der Lufttemperatur soll nun zum Aufziehen einer Uhr verwendet werden. Der Patent-Träger meint, daß ein Luftkasten oder Luftbehälter, der 4 bis 5 Gallons zu fassen vermag, hinreichen wird, um eine Uhr mit einem Schlagwerke aufziehen zu können. Eine Röhre läuft aus diesem Luftkasten in ein kleines Gasometer, das aus drei concentrischen Cylindern besteht, gerade so wie bei den Chemikern. Wenn die Luft in dem Kasten ausgedehnt wird, wird sie durch die Röhre getrieben, und hebt den mittleren Cylinder des Gasometers, und wenn sie sich zusammenzieht, so fällt dieser Cylinder. Dieser Cylinder ist so aufgehängt, daß eine Schnur oder eine Saite, die über eine Rolle läuft, eine Trommel oder eine Walze dreht, und so die Uhr aufzieht, er mag steigen oder sich senken. Wir wollen die einzelnen Methoden, die der Patent-Träger hier anführt, nicht alle im Detail angeben, indem Mechaniker ohnedieß wissen, wie die Sache einzurichten ist. Daß kleinere Uhren durch bloße Ausdehnung und Zusammenziehung flüssiger und fester Körper in Folge bloßen natürlichen Wechsels der Temperatur aufgezogen werden können, ist unbestrittene Thatsache. Ich habe, sagt Hr. Jones, schon früher bemerkt, daß die Ausdehnungen und Zusammenziehungen einer langen Metallstange in Folge des Wechsels der Temperatur, so wie die anhaltenden Strömungen eines Flusses, Ebbe und Fluth, regelmäßige und unregelmäßige Winde und sogenannte Luftzüge, daß sogar die hygrometrischen Veränderungen gewisser Körper als Mittel zur Erzeugung von Bewegung benüzt werden können.

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Hr. Gill führt a.a.O. in einem Anhange das Beispiel einer Uhr an, welche vor mehreren Jahren in Merlin's berühmtem mechanischen Museum, Hannover Square, bloß durch das Oeffnen und Schließen der Thüre, welche nothwendig daselbst sehr oft des Tages auf und zu ging, aufgezogen wurde. Hr. J. J. Hawkins schlug schon vor vielen Jahren vor, die Schwungkraft auf und nieder, welche eine Kellerthüre am Eingange eines Hauses erhält, wenn viele Menschen über dieselbe weggehen (wie dieß in einigen Durchhäusern der Fall ist) als mechanische Triebkraft zu benüzen, und irgend ein Maschinenwerk dadurch in Umtrieb zu sezen. Hr. Jak. Jones, dessen Bemerkungen über Schraubenschneiden wir neulich mitgetheilt haben, bediente sich einer Thüre in seines Vaters Haus, welche am Tage beständig auf und zu ging, um eine Pumpe zu treiben, welche einen Keller troken legte.9)

8)

Claviermacher nicht klug wird: unsere Copie ist genau. Hr. Newton, der dieses Patent abfaßte, hatte Beschreibung, und vorzüglich Abbildung, deutlicher geben können und sollen. A. d. Ue.

9)

Im Bedlam zu London (dem großen Irrenhause) werden mittelst einer