Text-Bild-Ansicht Band 39

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48) man braucht also eine ungeheuere Menge Brantwein, und da Portugal nicht genug Brantwein erzeugt, muß es mit bedeutendem Schaden Brantwein aus dem Auslande einführen. Es ist also für die Portugiesen äußerst wichtig, das Verfahren zu kennen, nach welchem man auf die wohlfeilste Weise den besten Brantwein erhalten kann. In dieser Hinsicht, sagt der Verfasser, trage ich hier, im Einklange mit den Absichten der Akademie, eine kurze historische Uebersicht der älteren und neueren Destillirapparat vor, und füge den meinigen bei, auf welchen ich ein Patent erhielt. Lezterer nähert sich jenem des Eduard Adam und Isaak Berard, und mehreren anderen, die so viel Lärmens in Frankreich und in Schottland gemacht haben.“

Hr. Araujo liefert nun einen Auszug aus dem Auszuge, welchen Chaptal aus Hrn. Berard's Abhandlung im J. 1809 am Institut national de France vorgelesen hat. Dieser Auszug bildet den ersten Theil der Abhandlung des Hrn. Araujo, den wir hier übergehen.

Im zweiten Theile beschreibt Hr. Araujo seine Apparate, und zwar im ersten Kapitel seinen Ofen, und seine Methode die Hize in demselben anzuwenden. Sein Ofen besteht aus einer metallnen Röhre, die senkrecht, oder unter einem Winkel von 70 bis 80° gestellt ist. Die Länge dieser Röhre ist der acht- oder zehnfache Durchmesser der selben, nach Art des verschiedenen Brennmateriales und der Menge der zu destillirenden Flüssigkeit. In der Nähe des unteren Endes befindet sich ein concaver Rost. Die Röhre erweitert sich an diesem Ende um mehr Brennmaterial aufnehmen zu können, und endet sich in Form eines Trichters, so daß die untere Oeffnung nur ein Drittel oder Viertel des Durchmessers der Röhre beträgt. Diese Röhre umgibt eine andere und bildet mit derselben einen Zwischenraum, der 1/8 oder 1/10 des Durchmessers der Röhre hält. Dieser Zwischenraum ist mit einer Flüssigkeit ausgefüllt, welche einen höheren Grad von Hize zum Sieden fordert, als die Flüssigkeit, welche destillirt werden soll. Auf dem Ende der Röhren ist ein Kessel angebracht, der einem anderen Kessel als Hülle und als Stüze dient, in welchen die Flüssigkeit gebracht wird, die destillirt werden soll. Der erste Kessel ist also nichts anderes als ein Wasserbad, in welchem die Flüssigkeit verschieden,

48)

Volk vermögen, das einst einer der weisesten Könige, Don Juan beherrschte; das einst über alle Meere gebot; der darf nur nach Portugal gehen. Wenn Portugal seine herrlichen Weine gehörig zu behandeln wüßte, so würde es jedem anderen Lande sowohl in leichten als in schweren Weinen den Vorrang abgewinnen; nun aber zwingt die Portugiesen ihr Mönchsschmuz und die Liederlichkeit, mit welcher sie ihren Wein keltern und behandeln, demselben Brantwein zuzusezen, damit er nicht zu Essig wird. Selbst der berühmte Madeira ist häufig nichts anderes als ein Mixtum compositum, eine Art kalten Weinpunsches, und kluge Aerzte haben sich längst gehütet ihren Reconvalescenten vielmehr damit zu schaden, als zu nüzen. A. d. Ue.