Text-Bild-Ansicht Band 39

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bald Wasser, bald Salzauflösung, bald Oehl etc. seyn kann. Der ganze äußere Theil dieses Apparates ist mit schlechten Wärmeleitern eingehüllt. Nach vielen Versuchen, die der Hr. Verfasser in einem eigenen Werke: Ensaio sobre a econemia dos combustiviis (Versuch über Ersparung des Brennmateriales) beschrieben hat, soll dieser Ofen in Hinsicht auf Ersparung des Brennmateriales jedem anderen bisher gebrauchten Ofen vorzuziehen seyn. Die Resultate blieben, wenn auch die Größe desselben geändert wurde, verhältnißmäßig immer dieselben, was selbst bei den vollkommensten Apparaten dieser Art, auch bei jenen des Grafen Rumford, nicht der Fall ist. Man erspart dabei um 40 bis 50 p. C. mehr an Brennmaterial, als an jedem anderen Ofen. Die Ersparung hängt hier von dem Wärmestoffe ab, der durch die Verbrennung im Ofen erzeugt wird, während sie bei den übrigen Apparaten nur von jenem Wärmestoffe abhängt, der in die zu destillirende Flüssigkeit übergeht: auf diese Weise muß dieser Apparat natürlich wohlfeiler seyn.

Im zweiten Kapitel untersucht Hr. Araujo den Bau des Kessels und die zwekmäßigste Form desselben. Er gibt dem Kessel, so wie die besten Schriftsteller es empfehlen, eine große Oberfläche am Boden, so daß die Flüssigkeit nur eine dünne Schichte über demselben bildet, und läßt die Oeffnung für die Dämpfe sehr weit. Dadurch erhielt er Resultate, die seine Erwartungen überstiegen. Er hat seinen Kessel schon im J. 1799 auf diese Weise gebaut, und hat zeither erfahren, daß man sich seines Systemes zum Theils auch in Schottland bedient, wo man mit Kesseln, die den seinigen ähnlich sind, 20 Destillationen in Einer Stunde macht. Da er glaubte bemerkt zu haben, daß der Boden, wenn er mit Unebenheiten bedekt ist, noch besser arbeitet, so meint er, daß es gut wäre, wenn man kleine sich schlängelnde Röhren am Boden des Kessels anbrächte, die an beiden Enden offen sind, und wo ein Ende zur Aufnahme der Flüssigkeit diente, welche dann während ihres Durchganges zu dem anderen Ende allen Alkohol fahren ließe.49) Er behält sich vor, andere Formen von Destillirapparaten, und andere neue Destillirmethoden, die er prüfen will, in der Folge zu beschreiben. Er schließt dieses Kapitel mit Bemerkungen über die von Chaptal behauptete Thatsache, daß, nach Adam's Verfahren, mehr Weingeist aus dem Weine erhalten wird, was Chaptal dem höheren Grade von Wärme zuschreibt. Er neigt sich beinahe zu dieser Meinung hin, oder wünscht wenigstens, daß vergleichende Versuche hierüber angestellt würden, damit man wüßte, woran man sich zu halten hat. Er stüzt seine Meinung auf eine

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Wie wird es aber hier mit der Reinigung gehen? A. d. Ue.