Text-Bild-Ansicht Band 39

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die nur die gewöhnliche Schlangenröhre ist, in welcher sie sich gänzlich verdichten.51) Das Verfahren bei der ersten Destillation ist folgendes. Man bringt Wasser oder Wein in den lezten Zwischenraum des Bades, was mittelst einer Röhre geschieht, die bis auf den Boden desselben hinabreicht. Von hier aus gelangt die Flüssigkeit mittelst einer ähnlichen Röhre in den zweiten Zwischenraum, und so von einem in den anderen. Da nun die Flüssigkeit in ihren unteren Schichten einen geringeren Grad der Temperatur hat, als in den oberen, so bleibt sie in dem lezten Zwischenraume kalt, während sie in dem ersteren, zunächst am Kessel, beinahe bis zur Siedehize erhizt wird. Wenn Wein als Bad gebraucht wird, so werden die Dämpfe, die sich bilden, durch Röhren in die Zwischenräume des Verdichters geleitet; der Rest kommt zu einer späteren Destillation in den Kessel. Wenn es Wasser ist, so dient es als Wasserbad für den Verdichter, den es erhizt und in welchem es die Destillation eines Theiles von Wein erzeugt, dessen Rest bei einer nächst folgenden Destillation wieder in den Kessel kommt.

Das Gefäß, welches als Bad dient, ist oben vollkommen geschlossen, und seine ganze Oberfläche ist, wie alles Uebrige an dem Apparate, mit schlechten Wärmeleitern umgeben. Die Hize, welche durch das Verbrennen des Brennmateriales entsteht, wird fast ganz von dem Kessel aufgenommen, während jene, die dem Verdichter durch die Dämpfe mitgetheilt wird, welche aus diesem Kessel aufsteigen, und die von da in das Bad gelangt, sich fortschreitend aus einem Zwischenraume in den anderen begibt, bis sie in den ersten gelangt, wo sie zu einer zweiten Destillation dient.

Der Hr. Verfasser glaubt, wo er am Ende Betrachtungen über die Menge Wärmestoffes anstellt, welche das Wasser, nach Watt, fahren läßt, und den zu destillirenden Wein als Wasser betrachtet, daß man im Winter bei der Destillation mit Wein verdichten kann, der zur folgenden Destillation dient. Wenn er nicht wirklich zu diesen Resultaten gelangte, indem man in der Praxis keine Gefäße anwenden kann, die für den Wärmestoff undurchdringlich wären, so hat er sich denselben doch sehr genähert. Er schließt seine Abhandlung mit einer Auseinandersezung der Vortheile, welche sein Verdichter vor jenen Berard's und Adam's voraus hat. Der Unterschied, der durch die Größe der Leitungsröhre der Dämpfe entsteht, welche aus dem Kessel aufsteigen, könnte vielleicht verschwinden, wenn es erwiesen wäre, daß die zwekmäßigste Form in einer Verminderung des Durchmessers dieser Röhre besteht; und dann wäre das Destillirgefäß des Hrn. Araujo Travassos

51)

Das Bad des Verdichters des Hrn. Araujo Travassos ist hingegen, wie der Verdichter selbst, in Zwischenräume getheilt, in welche die Zwischenräume des Verdichters eintauchen. A. d. O.