Text-Bild-Ansicht Band 39

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die Reibung würde dadurch sehr vergrößert werden, und zulezt würde der Zapfen, als der weichere Theil, gänzlich zerstört werden. Die Zapfen, welche dem sogenannten Gehewerke am nächsten sind, und der Bilanz, vorzüglich wenn die Bilanz schwer ist, leiden am meisten durch schlechtes Juwelieren, indem sie dann einen größeren Seitendruk zu ertragen haben.58) Aus diesem Grunde entsteht der harte Reibungslaut am Bilanzstabe, den man an einigen juwelierten Taschenuhren wahrnimmt. Aus diesem Grunde besezen mehrere der besten Taschenuhrmacher nur die Bilanz- und Hemmungslöcher mit Juwelen. Man hat Taschenuhren mit stählernen Löchern ausgerüstet; allein alle Versuche mißlangen, und zwar aus verschiedenen Ursachen, vorzüglich aber wegen des beständigen Einflusses der magnetischen Anziehung zwischen dem Zapfen und dem Loche;59) wegen der Reibung, die entsteht, wenn zwei Metalle derselben Art sich auf einander reiben,60) und wegen der Neigung zum Roste.

Es schien Hrn. Bennet, daß zur Abhülfe aller dieser Nachtheile ein Metall nothwendig wäre, welches das Oehl in einem reineren flüssigeren Zustande zu erhalten im Stande ist; das so wenig als möglich der Reibung unterliegt, und das weicher als der Zapfen ist: denn es ist weit wichtiger, daß der Zapfen besser erhalten bleibt als das Loch. Er versuchte eine große Menge verschiedener Metalle, einfacher und zusammengesezter, um irgend eines zu finden, welches diese Eigenschaften besäße, und beschrieb sechs derselben ausführlich. Die Composition, die er im V. Versuche angibt, ist diejenige, die er am besten fand.

„V. Versuch. In diesem Versuche, dem gelungensten, den ich anstellte, nahm ich drei Dwt. „(d. i. 3 × 24 Gran Troygew.)“ reines Gold; 1 Dwt. 20 Gran Silber, 3 Dwt. 20 Gran Kupfer, und 1 Dwt. Palladium.61) Ich fand, daß das Palladium sich leicht mit den übrigen Metallen vereinigte, und daß diese Composition bei einer niedrigeren Temperatur floß, als zum Schmelzen des Goldes für sich allein nothwendig ist. Diese Composition war beinahe so hart, als geschlagenes Eisen,62) und etwas brüchig, jedoch nicht so spröde, daß man nicht hätte einen Draht aus derselben ziehen können. Von Farbe war sie röthlich-braun.

58)

Siehe: Observations on Friction in Playfair's Nat. Phil. I. p. 95., Gregory's Mechanics II. p. 28., Arnott Elem. of Phys. I. p. 171., London Encyclop. art. Mechanics. A. d. O.

59)

Cavallo's Elem. of Nat. Phil. on the magnetic powers of steel. Barley on the errors arising from Magnetism. Phil. Mag. I. 16. A. d. O.

60)

Arnott's Elements of Physics. I. A. d. O.

61)

Der Grad der Anziehungskraft der verschiedenen Metalle gegen den Sauerstoff scheint in folgender Ordnung abzunehmen: Braunstein, Zink, Eisen, Zinn, Spießglanz, Arsenik, Nikel, Kobalt, Kupfer, Wißmuth, Queksilber, Silber, Gold, Platinna. Parke's Chem. Catechism. ed. 12. p. 372. A. d. O.

62)

Ure's Diction. p. 600. A. d. O.