Text-Bild-Ansicht Band 39

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schwebend erhalten werden, in dieselben einbläst. Hierauf troknet man die Perlen bei gelinder Wärme und das Ammoniak verflüchtigt sich.

Man sagt, daß einige Fabrikanten das Ammoniak bloß in der Absicht anwenden, um die Schuppen gegen Fäulniß zu schüzen, und daß sie dieselben, wenn sie sich ihrer bedienen wollen, in einer gut geklärten Auflösung von Hausenblase schwebend erhalten, wovon sie einen Tropfen in das Glaskügelchen gießen, welche sie dann in allen Richtungen drehen, um die Flüssigkeit gleichförmig über der inneren Oberfläche auszubreiten. Es ist zweifelhaft ob bei diesem Verfahren die Perlessenz anzuwenden, die Arbeit eben so gut gelingt als bei dem vorigen und ob die Lage eben so glänzend und dünn wird.

Wenn die natürlichen Perlen gut nachgeahmt werden sollen, so müssen, wie es scheint, die Kügelchen etwas ins Bläuliche ziehen, opalisiren, sehr dünne und aus einem Glase verfertigt seyn, welches nur wenig Kali und Bleioxyd enthält. In jeder solchen Perlenfabrik hat man eigene Arbeiter, die bloß mit dem Blasen dieser Kügelchen beschäftigt sind, wozu viele Geschiklichkeit gehört.

Ehe man den Grad von Vollkommenheit erreichte, wozu man heute zu Tage gelangt ist, und welchen man den französischen Fabrikanten verdankt, begnügte man sich die künstlichen Perlen mit weißem Wachse auszufüllen.68)

LI. Ueber Kornessigbereitung. Von Hrn. Dubrunfaut.

Aus dem Bulletin des Scienc. technolog. Julius. 1830. S. 233.

Man verfertigt solchen Essig in den nördlichen Departementen von Frankreich, wo keine Weinberge sind; der Weinessig also zu theuer ist.

Ehevor war das gebräuchlichste Verfahren Kornessig zu bereiten dieses, daß man aus Malz Bier bereitete. Dieses Bier wurde im Sommer in Fässern, die man der Sonne aussezte, in Gährung gebracht, und durchlief Anfangs die geistige Gährung; man legte die Fässer so auf den Bauch, daß ihr Spundloch oben zu liegen kam, öffnete dieselben täglich, und gab bloß ein Stük Dachziegel des Nachts auf das Spundloch.

Die Entwikelung des kohlensauren Gases hob die Flüssigkeit mit aller Gewalt in die Höhe, und stieß öfters sogar etwas von derselben

68)

Das Edinburgh new philosophical Journal Juli-October 1830 liefert S. 230. eine Uebersezung dieses Artikels ohne Angabe der Quelle, worin jedoch der Sinn des Originales an mehreren Stellen ganz verfehlt ist.

A. d. Red.