Text-Bild-Ansicht Band 39

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LXVII. Ueber Kochsalz, nebst einem Berichte über die Salzquellen in den Vereinigten Staaten. Von G. W. Carpenter zu Philadelphia.

Aus Silliman's American Journal. Bd. XV. S. 1.

(Im Auszuge.)

Salz kommt in ungeheueren Lagern theils an der Oberfläche, theils in mächtiger Tiefe unter der Erde vor. Man fand es in Gegenden, die bedeutend hoch über der Meeresflache gelegen sind, und in einigen Fällen bildet es selbst Gebirge von bedeutender Höhe. Das größte Salzlager des gesammten Erdballes ist aber der Ocean selbst: beinahe der dritte Theil seiner ganzen Wasserschwere ist Kochsalz, nebst salzsaurer Kalk- und Bittererde und schwefelsaurem Natron. Nach La Place ist die mittlere Tiefe des Weltmeeres zehn englische Meilen. Wenn alles Meerwasser verdünstete, so würde dasselbe ein Salzlager von 700 Fuß Dike bilden: eine Salzmasse, die hinreichen würde um alles Land, das bis auf den heutigen Tag über dem Erdballe troken gelegt wurde, zwei tausend Fuß hoch mit Kochsalz zu bedeken. Da nun der Ocean einst den ganzen Erdball bedekte, so läßt sich die Menge Steinsalzes leicht erklären, die man hier und da auf demselben gegenwärtig findet. Die Menge Salzes, die im Meerwasser vorkommt, ist, einige Ausnahmen abgerechnet, unter allen Breitegraden beinahe dieselbe. Das baltische Meer oder die Ostsee ist weniger salzig, als das Weltmeer, und hält, wenn Ostwind weht, nur 1/168 salziger Stoffe, während, nach Gay-Lussac, das Wasser des todten Meeres in Palästina in 100 Theilen Wasser 15,3 salzsaure Bittererde, 6,9 salzsaures Natron, und 4,0 salzsauren Kalk enthält. Nach Romé de l'Isle's Crystallographie S. 375. hält das Salzwasser der Ostsee 1/64 seines Gewichtes Salz; das Meerwasser im Canale zwischen England und den Niederlanden 1/32, an den Küsten voll Spanien zwei Loth im Pfunde, zwischen den Wendekreisen aber 3 und selbst 4 Loth, oder ein Achtel des ganzen Gewichtes des Wassers. Hieraus erhellt der große Vortheil des Frieren-Lassens des Seewassers in nördlichen Gegenden um Salz aus demselben sieden zu können.84)

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wird, die man ehevor auf die Halden stürzte, als man ehevor aus den Erzen erhielt, die man sorgfältig bearbeitete! Nur dort kein allgemeines Verfahren, wo jeder einzelne Fall von dem anderen wesentlich abweicht, wenn nicht alles verdorben, verworren und verloren werden soll. A. d. Ue.

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Dr. Schultes hat dieß in seinen Briefen über das österreichische Salzkammergut, 2. Th. 8. Tübingen 1810 deutlich erwiesen, und man hat ihn hierüber ausgelacht. A. d. Ue.