Text-Bild-Ansicht Band 39

Bild:
<< vorherige Seite

Steinsalz findet sich in Amerika in den Cordilleren so wie in Savoyen so hoch über dem Meere, daß es beinahe an der Schneegränze zu liegen kommt.85)

Salzquellen finden sich in beinahe allen Ländern von Europa; in Frankreich in Lothringen, Elsaß, in der Franche-Comté und in der Gascogne; in Deutschland in der Rheinpfalz, in Hessen, im Lüneburgischen, zu Halle;86) in Schweden in Ostrogothland und Westmanland etc. Die Salzquellen zu Droitwich (Worcestershire) in England liefern jährlich allein 16,000 Tonnen Salz (die Tonne zu 20 Ztr.) und Northwitch in Cheshire gibt jährlich 156,000 Tonnen Steinsalz. Frankreich hat kein Steinsalz,87) so wie Schweden und Norwegen, während dieses Salz sich in Asien, Afrika und Amerika häufig findet.

Die berühmtesten Salzbergwerke Europens sind jene zu Cardona in Spanien und zu Wieliczka (hier falsch Weleiska geschrieben) in Galicien. Ersteres ist eine ungeheuere Salzmasse, die wahrscheinlich einst den Boden eines See's bildete. In dieser Salzmasse bildete das Wasser ein Thal, und ließ mehrere einzelne Salzberge stehen, die wahrscheinlich härter waren, als die übrigen Theile. Zu beiden Seiten der Karpathen befindet sich in einer Streke von 600 englischen Meilen ein ungeheueres Salzlager, das sich von Wieliczka88) bis in die Moldau erstrekt. Steinsalz und Salzquellen finden sich meistens am Fuße ausgedehnter Bergrüken, so daß sich vermuthen läßt, daß diese Gebirge einst Dämme von Salzseen gewesen sind. In Afrika finden sich einige Salzseen die auf Lagern von Steinsalz ruhen, und diese Lager wurden wahrscheinlich durch Verdampfung des darüber befindlichen Wassers gebildet. Um Algier troknen die Salzseen im Sommer aus, und lassen ungeheuere Massen Steinsalzes auf dem Boden liegen.

Der See Yelta jenseits der Wolga versieht ganz Rußland mit Salz.89)

Kochsalz kommt gewöhnlich in der Nähe von Thonlagern vor,

85)

Auch das Salzbergwerk zu Berchtesgaden ist kaum 3 Stunden von der sogenannten Eiscapelle, die kaum 100 Klafter höher liegt als dieses Bergwerk.

A. d. Ue.

86)

Auch in Alt-Bayern, zu Reichenhall; in Oesterreich in Steyermark, Galicien, Ungarn.

A. d. Ue.

87)

In Amerika ist also die Entdekung des großen Steinsalzlagers in Frankreich noch unbekannt.

A. d. Ue.

88)

Ueber die Salinen zu Wieliczka, Bochnia und die Salzwerke in Galizien überhaupt hat Dr. Schultes in Gehlen's Journal für Chemie, Jahrgang 1807–8 die bisher vollständigsten Nachrichten geliefert. Hr. Carpenter scheint die Salzlager, die sich in der europäischen Alpenkette von Bex über Hall, Berchtesgaden, Hallein, Hallstadt, Ischl, Aussee, Admond bis M. Zell hin erstreken, nicht zu kennen.

A. d. Ue.

89)

Rußland kaufte noch im J. 1807 Salz von Oesterreich, und Oesterreich wurde bei diesem Handel von seinen Salzschreibern auf die himmelschreiendste Weise betrogen.

A. d. Ue.