Text-Bild-Ansicht Band 39

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sie im Kriege brauchen, ihre wichtige Kunst auch im Frieden in den Bergwerken üben lassen, so wäre das ganze Heer von armen Knappen, die ungeachtet ihrer harten Arbeit halb verhungern müssen, erspart. Würde man diesen armen Knappen, die jezt im Gebirge in ihren Freie stunden einen Feldbau treiben, dessen Ernte beinahe in jedem dritten oder vierten Jahre unter Schnee begraben wird, wüste unbebaute Gründe im Lande zur Urbarmachung schenken, und die Abhänge der Felsen, die sie jezt mehr zu ihrem Schaden als zu ihrem Vortheile mit Getreide bebauen, zu Forst verwenden, so würden die Salzwerke Holz, die armen Knappen Getreide, und das Land an Forst- und Landwirthschaft zugleich gewinnen. Wir meinen nicht, daß die Salzbergwerke und die Salzquellen Privaten überlassen werden sollen, oder daß es, wie in N. Amerika, jedem frei stehen soll, auf Salz und Salzquellen zu bohren; wir sind aber der Ueberzeugung, daß der Staat mehr gewinnen würde, wenn er sein Steinsalz oder seine Sohlen an Private verkaufen, und diese, unter Cautionsleistung, daß sie so viel Salz erzeugen, als gegenwärtig erzeugt wird, Salz sieden und verkaufen ließe, wie und so viel sie mögen. Oesterreich, das ehevor den Salzhandel als Regale betrachtete und in Staatsregie betrieb, hat sich überzeugt, daß es mehr gewinnt, wenn es diesen Handel frei gibt: Salzhandel steht jezt jedem Privaten frei in Oesterreich; das Salz ist dadurch wohlfeiler geworden, und die Einnahme der Staatskasse hat sich vermehrt. Die Zeit wird nicht mehr fern seyn, wo die Regierungen sich überzeugen werden, daß sie und ihre Unterthanen noch mehr gewinnen werden, wenn auch die Salzsiederei selbst frei gegeben wird; wenn die Legionen müßiger Salzschreiber, die die Regierung und das Volk zugleich drüken, beurlaubt werden können, und Privatindustrie einen neuen Aufschwung nehmen darf; wo die Regierungen einsehen werden, daß sie durch eine Steuer, die der Bettler in derselben Summe bezahlen muß, in der sie`der Millionär bezahlt, der nicht mehr Salz essen kann, als der Bettler, nicht nur nichts gewinnt, sondern verliert, indem sie am unrechten Orte zugreift: nach Kreuzern nämlich im Sake des armen Bettlers, während sie eben so viele Thaler in der Tasche des Reichen finden würde; daß eine Steuer, die dem Akerbaue, der Viehzucht, dem Gewerbswesen eines der ersten Bedürfnisse entzieht, eine wahre Lähmung, nicht eine Belebung der Kräfte des Staates ist. Von dieser Wahrheit hat sich die habsüchtigste, die geldgierigste aller Regierungen, die großbritannische selbst zuerst überzeugt, indem sie die Salzsteuer aufhob, und Salzsiederei frei gab. Ihr nächster Nachbar, die holländische Regierung, folgte ihrem Beispiele: der Landwirth, der Fabrikant bekommt seinen Bedarf an Salz, und wenn er noch so groß ist, um denselben Preis, um welchen es der Regierung selbst zu stehen kommt: und diese schäzt