Text-Bild-Ansicht Band 38

Bild:
<< vorherige Seite

Fläche die aufsteigende Kraft, die aus dem Unterschiede der Schwere dieser Blasen gegen das Wasser, das sie verdrängen, entsteht, nicht mehr überwinden könnte.

XI. Ueber die unmittelbare Behandlung der Eisenerze. Von Hrn. Dumas.

Aus den Annales de l'Industrie. N. III. S. 210.

Ich hatte vor einigen Monaten Gelegenheit mit Hrn. Grellet, Besizer eines Hochofens, über die von dem Ingenieur Moisson-Desroches erörterte Frage15) zu sprechen. Ich kam beinahe auf dieselben Schlüsse, wie dieser, und ich glaube, daß alle diejenigen, welche sich bisher mit Eisenhüttenkunde beschäftigen, gestehen werden, daß in Hinsicht der Gewinnung des Eisens aus seinen Erzen die Kunst noch in ihrer Kindheit ist, obschon die weitere Behandlung des Eisens sich übrigens bereits auf einer hohen Stufe von Vollkommenheit befindet.

Als man anfing die Platinna zu behandeln, befolgte man ein Verfahren, das sehr viele Aufklärung über die Behandlung des Eisens gibt. Nachdem man die Platinna in ein Ammoniumchlorür verwandelt hatte, zersezte man dieses, und verschaffte sich den Platinnaschwamm. Dieses Metall gab dann, in einem höchst fein zertheilten Zustande mit Arsenik oder Phosphor verbunden, eine schmelzbare Arsenik- oder Phosphorverbindung. Die, auf diese Weise erzeugte, Verbindung lieferte endlich, geröstet und zusammengedrükt, Platinnastangen.

Man sah bald ein, daß es überflüssig war, die Platinna in einen schmelzbaren zusammengesezten Körper zu verwandeln, um dann mit großen Kosten diesen zusammengesezten Körper neuerdings zu zersezen. Man begriff, daß ein hämmerbares Metall, wenn es sehr fein zertheilt ist, sich immer an einander löthet, wenn man es nur sehr stark erhizt und hinlänglich zusammendrükt. Nun gab man die Bildung einer Phosphor- oder Arsenikverbindung auf; man schweißte den Platinnaschwamm selbst, und verschaffte sich auf diese Weise sehr reine Platinna in weit kürzerer Zeit, mit weit geringerer Mühe und mit minderen Kosten und weniger Brennmaterial.

15)

Hrn. Moisson-Desroches's Abhandlung über die unmittelbare Behandlung der Eisenerze findet sich im Propagateur aveyronnais, in den Annales d. Mines, und im Auszuge in den Annales de l'Industrie a. a. O. S. 197. Versuche ähnlicher Art hat, wie die Redacteurs der Annales des Mines bemerken, Hr. Mushet in England, Hr. Frèrejean zu Lyon, und vielleicht auch der Erfinder des Ofens im VIII. Bd. S. 195. der Annales des Mines angestellt; endlich auch Hr. Graf Banderbruk im Saarbrückschen (Annales d. Min., 2. Serie, T. III. p. 73.), ohne daß man bisher zu genügenden Resultaten gelangt wäre.

A. d. O.