Text-Bild-Ansicht Band 38

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wird, die unsere Reverberiröfen in den Laboratorien gewahren.16) Hr. Moisson-Desroches sezt jedoch diese Temperatur zu niedrig an. Sie muß ungefähr 7 bis 800 Grade am hundertgradigen Thermometer betragen, oder das helle Kirschroth in der Glühehize geben.

Auf der anderen Seite wissen die Chemiker schon seit langer Zeit, daß Wasserstoff das Eisenoxyd reducirt. Hr. Magnus hat neuerlich erwiesen, daß diese Reduction bei einer sehr niedrigen Temperatur, ungefähr bei 300°, Statt hat.

Dieß gilt indessen nur bei Eisenoxyden, die wenig Zusammenhang haben; denn bei jenen, welche viel davon besizen, braucht man in der That Rothglühehize. Uebrigens ist wenig hieran gelegen; denn im Großen könnte die Industrie des reinen Wasserstoffgases sich nicht bedienen. Hr. Lassaigne hat sogar in dieser Hinsicht behauptet, daß Eisen, welches durch Wasserstoff reducirt wurde, sich nicht löthen läßt, was mit dem stäten Vorkommen des Kohlenstoffes in dem reinsten Eisen, das man im Handel findet, sehr gut übereinstimmt. Hr. Lassaigne hat diesen Versuch zu Charenton mit 30 Gramm Eisenschwamm angestellt. Was die Anwendung der auf diese Eigenschaften gegründeten Verfahrungsweisen betrifft, so ist diese hier von keinem Interesse, indem der Wasserstoff für den gegenwärtigen Augenblik gar nicht zur Sache gehört.

Die Versuche, welche ich anstellte, und welche Hr. Grellet fortsezte, beruhen auf der Anwendung des gekohlstofften Wasserstoffgases. Gas, welches man. aus der Destillation des Holzes erhält, reducirt alle Eisenerze bei der Rothglühehize sehr gut. Eben dieß gilt auch von dem Gase, welches man durch Zersezung des Wassers mittelst Kohle erhält.

In Versuchen, welche man im Kleinen an der polytechnischen schule, und im College de France anstellte, gaben die Erze, welche mit Gas behandelt wurden, das man aus Zersezung des Wassers erhielt, schwammiges Eisen, das sich sehr leicht löthete, und das sehr gleichartige Eisenstangelchen gab.

In Folge dieser ersten Versuche hat Hr. Grellet an der École Centrale einen Ofen errichtet, in welchem mall einige 20 Pfund Erz auf ein Mal behandeln konnte. Die Reduction, die immer mittelst Gases bewirkt wurde, das durch Zersezung des Wassers erzeugt ward, lieferte Resultate, welche mit den vorigen ganz gleichförmig waren. Man hat noch überdieß bemerkt, daß die Gase, in Ueberschuß angewendet, beinahe die ganze vorhandene Menge des Schwefels, Arseniks

16)

Hr. Proust hat vielleicht diese Bemerkung in Spanien gemacht, wo sich noch viel von alter arabischer Kunst mitten unter den Thorheiten der h. Inquisition erhielt. Die spanischen Klingen waren nach den Damascenern die besten. Die Araber hatten ihre Kunst aus Indien, und die Hinduhs und Cingalesen (Zigeuner) brauchen bei ihren guten Eisenarbeiten noch heute zu Tage weniger Hize, als wir.

A. d. Ue.