Text-Bild-Ansicht Band 38

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durch Gas reducirte, welches er durch Zersezung des Wassers mittelst Kohle erhielt.

Das Exemplar ist in der École Centrale aufgestellt. Das reducirte Erz gab im Puddlingofen 33 p. C. geschmiedetes Eisen. Man mußte ihm etwas Kalk zusezen, um den Fluß der Gangart zu erleichtern.

Ich habe versucht den Preis des auf diese Weise bereiteten Eisens zu berechnen. Ich habe mich hierbei ganz anderer Elemente bedient, als Hr. Moisson-Desroches. Dieser Ingenieur schlägt den Schmelzpunkt der Schlaken sicherlich zu hoch an: er beträgt nicht 7000° am hundertgradigen Thermometer, sondern wirkich kaum 1000°. Uebrigens ist die Weise, nach welcher ich meine Rechnung anstellte, höchst einfach und ganz auf Erfahrungen im Großen gegründet. Ich habe angenommen, daß, um das Eisen zu reduciren, man eben so viel aufwenden mußte, als man braucht, um in den Steinkohlen-Leuchtgasfabriken Leuchtgas aus Steinkohlen zu erhalten, in der Voraussezung, daß man gleiche Volumen Erz zu reduciren und gleiche Volumen Steinkohlen zu destilliren hat. Ich habe ferner vorausgesezt, daß das Puddlen eben so viel kosten würde, als es bei dem gegenwärtigen Systeme kostet, und daß die Abfalle dieselben wären. Ich erhielt auf diese Weise als Gestehungskosten für den metrischen Zentner Eisen: 20 bis 25 Franken. Indessen sind diese Rechnungen noch zu unsicher, als daß man auf dieselben zahlen könnte; so viel ist indessen gewiß, daß die Ersparung ungeheuer seyn würde.

Wir wollen hoffen, daß Hr. Grellet sich nicht durch die Schwierigkeiten wird abschreken lassen, auf die er stoßen kann. Gelingen seine Versuche, so wird Frankreich, welches bei den gegenwärtigen Verhältnissen einen so schweren Kampf gegen England zu kämpfen hat, auch in dieser Beziehung jenes Uebergewicht erhalten, welches dasselbe bereits in so vielen anderen chemischen Künsten voraus hat. Wenn man die Frage von einer mehr rationellen Seite ergreift, und zugleich mehr in Einklang stellt mit der Tendenz unserer Industrie, so darf man die Wagschale auf unsere Seite sinken lassen; denn die Verbesserungen, deren die Eisenerzeugung bisher fähig war, sind heute zu Tage noch immer das Werk des Zufalles, oder solcher Versuche, die man im Dunkeln tappend angestellt hat.22) Durch unmittelbare Behandlung hingegen würde man zu den besten Resultaten gelangen: man hätte ein Verfahren, das sich in aller Strenge berechnen läßt, und das durch eine einfache und sichere Theorie auch den minder geschikten Arbeitern faßlich würde.

22)

Leider ist dieß nur zu wahr!

A. d. Ue.