Text-Bild-Ansicht Band 32

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Bestandtheile dieser Mehlarten zu bekümmern und ohne die Absicht zu haben, damit eine genaue Analyse anzustellen.

Ich erhielt aus allen diesen Mehlarten im Mittel zehn und ein viertel Procent vollkommen troknen und pulverigen Kleber, während ich aus den mir als verfälscht übergebenen Mehlarten nur sechs bis sechs und ein halb Procent vollkommen troknen Kleber erhielt.

Man kann also durch bloße Ausscheidung des Klebers leicht ausmitteln, ob eine Mehlsorte vermengt ist.

XXIV. Ueber englische Papier-Sorten. Von Hrn. Wilh. Baddeley 49), dem jüngern.

Aus dem Mechanics' Magazine. N. 289. S. 22.

(Im Auszuge.)

Hr. Wilh. Baddeley liefert am a. O. eine Beschreibung der vorzüglichsten englischen Papier-Sorten.

Er theilt sie in drei Classen: Schreib- und Zeichen-Papier, Druk-Papier, und Pak-Papier.

Das Schreib- und Zeichen-Papier wird entweder mit geflochtenen Drathformen geschöpft, in welchen die Drathe in größerer oder kleinerer Entfernung parallel neben einander laufen und von anderen Drathen, die in weiteren Entfernungen gleichfalls parallel neben einander stehen, quer durchschossen werden; (auf dem auf diese Weise geschöpften Papiere sind die Spuren des Drathes sichtbar, wenn man das Blatt Papier gegen das Licht hält): oder man schöpft es mittelst Formen, die aus feinem Drathe gewebt werden, und an solchem Papiere sieht man keine Spur von der Form. Ersteres ist das gewöhnliche Schreib- und Zeichen-Papier (laid papier), lezteres Velin-Papier (wove paper).

Das gewöhnliche Schreib-Papier wird meistens mittelst Schmälte50)

49)

Da unsere deutschen Papier-Fabrikanten sich nicht schämen, die Namen englischer Fabriken in ihren Wassermarken nachzumachen, so wird es ihnen vielleicht nüzen, hier wenigstens die Formate der englischen Papiere kennen zu lernen. A. d. U.

50)

Dieß ist, wie Vater Bekmann schon vor 50 Jahren bemerkte, die allerheilloseste Methode, dem Papiere eine blaue Farbe zu geben. Schmalte ist blaues Glas; der feine Glasstaub schleift die Spize der Feder so schnell weg, daß, wenn man eine reine Handschrift schreiben will, man alle 4–5 Zeilen die Feder neu schärfen muß. Dadurch fällt die Schrift aber immer ungleich aus. Da man heute zu Tage eine Menge wohlfeilerer und zwekmäßigerer blauer Farben besizt, die durch den Alaun, der zum Leimen genommen werden muß, durchaus nicht leiden, so wäre es ein Mal Zeit, die verderbliche Schmalte aus den Papier-Mühlen für immer zu verbannen. Noch eine andere schändliche Methode, das Hauptwerkzeug einer guten Papier-Mühle (eine gute Presse von dem Druke einiger Atmosphären, wodurch das Papier seine Zartheit und Glätte erhält) zu umgehen, das sogenannte Glätten mit Glättsteinen, verdient gleichfalls