Text-Bild-Ansicht Band 32

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von einer rükgängigen Bewegung desselben in dem Augenblike, wo der Stämpel stille steht, um die Richtung seiner Bewegung umzuändern, herrühre. Die ganze Dampfkraft, behauptet er, würde dann in ihrer Bewegung aufgehalten, und stürze mit Gewalt in den Kessel zurük, wie im hydraulischen Widder das Wasser, und stoße als fester Körper an die Wände des Kessels. Nach seiner Berechnung soll dieser Stoß einer Wassersäule gleich seyn, die den Kessel zur Grundfläche und eine mit dem Druke des Dampfes gleichmäßige Atmosphärenhöhe hat, und mit gleicher Schnelligkeit sich bewegt. Es geschehe hier dasselbe, sagt er, was bei dem Sprengen der Röhren durch Flüssigkeiten von hoher Höhe herab geschieht. Bei Dampf-Maschinen von hohem Druke soll diese Gefahr nach seiner Meinung weit größer als an denen mit niederem Druke seyn. Er will gefunden haben, daß ein Kessel einer solchen Maschine, die nur mit einem Druke von zwei Atmosphären arbeitet, eine Stärke besizen muß, die einen Druk von fünfzehn Atmosphären auszuhalten vermag, wenn er einem solchen Stoße widerstehen soll. Selbst die sogenannten Sicherheit-Klappen sollen, nach seiner Ansicht, sogar zur Veranlassung der Berstung beitragen, indem sie gerade in dem Augenblike den Dampf zurükjagen, wo er entweichen will (dieß verstehe ich nicht). Die Metallplatten von leicht flüssiger Metallkomposition hält er deßhalb für unnüz, weil die Hize des Dampfes nicht die Ursache der Berstung ist164). Zur Vermeidung dieses vermeintlichen Uebelstandes schlägt er allerlei Mittel und Wege vor, die man im Polytechn. Journal a. a. D. nachlesen kann.

Wenn Hr. Caval. Morosi den Dampf als einen elastisch flüssigen Körper in seinen physischen Eigenschaften mit einem tropfbar flüssigen vergleicht, so scheint mir dieß ein Mißgriff in den ersten Elementen seiner Hypothese zu seyn, der alle daraus gezogenen Folgerungen schon von ferne her zweifelhaft macht. Ich für mein Theil würde viel Bedenken tragen, das Strömen elastischer Dämpfe in Röhren und die durch ihre plözliche Hemmung entstehenden Wirkungen mit denen des in Röhren strömenden und plözlich darin aufgehaltenen unelastischen Wassers vergleichen zu wollen, wie Hr. Caval. Morosi es thut, indem er den hydraulischen Widder in Parallele stellt. Nach meiner Meinung würde dieser Vergleich nicht weniger unpassend seyn, als wenn jemand die Kraft des aus einem Rohre gegen ein Rad blasenden Dampfes mit der des Wassers gegen das nämliche Rad in

164)

Diese Behauptung läuft der neuen Perkins'schen Hypothesen zur Erklärung des Berstens der Dampfkessel, die alles Unglük wieder von einem mit Hize übersättigten Dampfe herleiten will, und deren ich früher schon Erwähnung gethan habe, gerade entgegen.