Text-Bild-Ansicht Band 32

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Parallele stellen wollte. Gehemmte Bewegungen von Körpern, die nach dem Geseze der Trägheit ihre einmal angenommene Bewegung fortzusezen streben, sind nur in dem Maße zerstörend, als das Gewicht und die Geschwindigkeit des bewegten Körpers bedeutend sind. Wer dürfte aber wagen das Gewicht eines, in einem Dampfrohre strömenden, Dampfes gegen das des im hydraulischen Widder wirkenden Wassers stellen zu wollen, da das Gewicht des einfachen atmosphärischen Dampfes nicht weniger als 1700 Mal geringer ist, als ein gleiches Volum Wasser? Wasser bekommt durch sein Gewicht seinen Druk gegen einen Körper, durch den es bei seiner Strömung unterbrochen wird, und der ausgeübte Stoß des Wassers gegen diesen, den Nachdruk durch dessen Masse. Der Dampf hat zwar Druk, aber kein dem Druke entsprechendes Gewicht, und es fehlt ihm die Trägheit der Masse, die im hydraulischen Widder die ganze Wirkung hervorbringt. Er gewinnt seinen Druk nur durch Einschluß in verschlossenen Räumen, wo er nicht entweichen kann, da das Wasser diesen schon in offenen Gefäßen allein durch die Schwere seiner Masse erlangt, und dennoch sollte bei beiden die Rükwirkung ihrer plözlich gehemmten Strömung mit gleich zerstörenden Wirkungen verbunden seyn? –

Wie unbedeutend ist aber auch nicht die Geschwindigkeit der in den Dampfröhren der Dampf-Maschinen strömenden Dampfe? Beträgt selbige doch selten mehr als 60 bis 70 Fuß per Sekunde, eine Geschwindigkeit, die ein sehr mäßiger Wind hat, und die bei einer so allmählichen Hemmung, wie sie in Dampf-Maschinen beim Ende jedes Kolbenhubes Statt findet, in gar keinen Betracht kommen kann.

Daß die Hemmung in einer Dampf-Maschine so plözlich geschehe, wie Caval. Morosi meint, ist nämlich ganz falsch. So wie die Bewegung des Kolbens (bei Anwendung einer Kurbel an der Dampf-Maschine) vom Anfange jedes Hubes an, bis zur Hälfte desselben, allmählich beschleunigt wird, so nimmt seine Geschwindigkeit auch in gleichem Verhältnisse, und zwar ganz allmählich, wieder ab. Selbst jede Steurung verschließt die Dampfkanäle nie ganz plözlich, sondern mehr oder minder langsam, wobei das Herzuströmen der Dämpfe nach und nach gehemmt wird.

Wenn aber dessenungeachtet einiger Repuls der Dämpfe im Dampfrohre Statt finden könnte, sollte dieser in dem großen Dampfkessel, der mit einer sehr bedeutenden Menge eines sehr elastischen Körpers, des Dampfes, angefüllt ist, nicht durch die Elasticität desselben sehr gemildert, ja fast ganz aufgehoben werden? Sollte der Dampf nicht schon vollkommen die Luftbehälter unnöthig machen, die Hr. Caval. Morosi anwenden will, um die zerstörende Wirkung jenes Repulses