Text-Bild-Ansicht Band 31

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aller Theorie nach, nichts für die Dauerhaftigkeit desselben besorgen; es spricht vielmehr Alles dafür: mehrere Männer, deren praktische Kenntnisse und Erfahrung im Holzhandel von Niemanden übertroffen werden, haben Eichenbretter, die, nach meinem Verfahren, in Einem Fünftel der gewöhnlichen Zeit getroknet wurden, untersucht, und haben dieselben weniger rissig gefunden, als die auf gewöhnliche Art getrokneten.

Die Auslage um Eichenholz zum Schiffbaue für die Außenseite zu troknen, beträgt, für Eine Last (40 Kubik-Fuß) ungefähr 4 1/2 Shill., ohne die Interessen des Capitales des Trokenhauses und des Apparates, die, zu 5 p. C., mit allen Ausbesserungen obige 4 1/2 Shill. auf 8 1/2 Shill. erhöhen werden. Man sezt hierbei das Holz als ganz grün; wenn es bereits einige Feuchtigkeit verloren hat, so vermindern die Kosten sich in dem Verhältnisse, als das Holz dadurch mehr troken geworden ist.

Wenn Schiffe aus nicht ganz trokenem Holze gebauet werden, so sind sie dem sogenannten Tropen-Moder ausgesezt, die Bretter werfen sich, und werden los und bilden Leke: dadurch entstand das frühere Zerfallen der englischen Schiffe in neueren Zeiten, verglichen mit den älteren. Wenn aber Eichenholz auf die gewöhnliche Weise troken werden soll, so muß man auf jeden Zoll desselben sechs Monate rechnen, und folglich eben so lang warten. Nun sagt uns aber Hr. Boaden in seinem Treatise on the dry rot, S. 89 und 90, sehr deutlich, daß, wenn nicht aller Saft aus den innersten Röhren ausgezogen wird, das Holz nicht gegen Troken-Moder geschüzt ist; daß, um sicher zu seyn, daß das Holz vollkommen troken ist, es nöthig ist selbst länger zu warten, als es wahrscheinlich nicht nöthig wäre. Neue Schiffe, auf welchen man das Holz erst nach dem Baue troken werden läßt, können nicht in Commission gegeben werden, indem ihre Feuchtigkeit dem Schiffsvolke tödtlich wird, und Lebensvorrath und Waffen und Munition darin zu Grunde gehen, ja sogar kein Nagel darin gehörig fest hält. Man läßt gegenwärtig, wenn man Schiffe baut, unter dem Dache, das man über sie während des Baues aufführt, einen starken Luftzug zum besseren Austroknen des Holzes: dadurch werden die Schiffsbauleute krank, und diese Unfälle können vermieden werden, wenn man aus gut getroknetem Holze baut. Schiffe aus trokenem Holze können alsogleich angestrichen werden, während grünes Holz, frisch angestrichen, im Kerne verdirbt. Man könnte ferner mit dem Holzvorrathe auf einer Werfte, wenn alles Holz gleich troken wäre, wirthschaftlicher umgehen, und wäre nicht so oft gezwungen, große trokene Holzstüke zu kleineren Stüken zu zerschneiden, weil kein trokenes Holz hierzu vor