Text-Bild-Ansicht Band 31

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unter dem Rade, f, auf der Achse, d, läuft. h, ist die Wasserlinie.

Man wird nun einsehen, daß, wenn das Ruderrad in Bewegung gesezt wird, das feststehende Zahnrad, b, das größere Zahnrad, d, um seinen Mittelpunkt drehen wird und zugleich um das ganze Ruderrad, ungefähr wie das Sonnen- und Planeten-Rad an Watt's Dampfmaschine sich dreht. Da der Durchmesser des Rades, d, zwei Mal so groß ist, als der Durchmesser von, b, so dreht es sich ein Mal um seine Achse, während es um das Ruderrad herumläuft, und macht mittelst der Laufkette, die unter dem kleinen Rade, f, herumläuft, daß während dieser Zeit sich jedes Ruder um seine Achse ein Mal dreht. Da jedes Ruder dadurch beständig nach dem höchsten Punkte in dem Umfange des Rades gekehrt wird, wie die Figur zeigt, so ist es, wie der Patent-Träger erweiset, beinahe in der Richtung der gesuchten Tangente.

Nach der zweiten Methode wird, statt der Laufkette, ein großes Zahnrad genommen, das sich frei auf der Achse des Ruderrades bewegt. Dieses Zahnrad greift in die Räder auf der Achse der Ruder, und wird durch eine Laufkette in Bewegung gesezt, die über ein kleines Rad auf der Achse des Rades, d, und über ein ähnliches Rad an der Achse eines der Ruder läuft, in Umtrieb gesezt79).

Der Patent-Träger bemerkt, daß diese Räder überhaupt über ein Drittel ihres Durchmessers in Wasser eingesenkt seyn müssen: so tief können die gegenwärtigen Ruderräder „(vorzüglich auf Flüssen)“ nicht gesenkt werden. Auf diese Weise, sagt er, können an diesen Rädern eben so viele Ruder tn Thätigkeit gesezt werden, wie an größeren Rädern; ja er versichert, daß das Rad noch sehr gut arbeitet, wenn es ganz versenkt ist, und in was immer für einer Lage im Wasser, senkrecht, schief, oder horizontal, steht.

In einem Schreiben an den Redakteur des Register of Arts sagt der Patent-Träger, daß er ein solches Patent-Rad verfertigen ließ, welches auch als gewöhnliches Ruderrad (wo die Ruder nach

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Der Patent-Träger bemerkt im Register of Arts N. 41. S. 270, daß die in N. 40. gegebene Abbildung zur zweiten Vorrichtung durchaus vom Kupferstecher verfehlt wurde, weßwegen wir sie auch wegließen, und daß seine Ansicht über die Tangenten-Lage des Ruders diese ist: „daß ein Ruder, in dem Augenblike, wo es in der Richtung des Schiffes sich bewegt, eine Tangente auf die zusammengedrükte Cycloide bildet, welche jeder Theil des Rades während der Umdrehung desselben beschreibt, und daß der Winkel, den es mit dieser Krummen bildet, zunimmt, wie die Triebkraft des Ruders zunimmt, bis es auf die entgegengesezte Seite des Umlaufkreises gekommen ist, wo es immer einen rechten Winkel auf die Tangente des Rades und der Cycloide darstellen wird. Von hier aus wird das Ruder wieder allmählich diesen Winkel vermindern, so wie seine Triebkraft abnimmt, bis es wieder auf der vorigen Stelle eine Tangente auf diese Krumme und auf das Rad selbst bildet.

A. d. U.