Text-Bild-Ansicht Band 31

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Linien Breite auf dem Schrauben-Niete aufgezogen, damit das Oehl nicht entweichen kann. Dieses Niet hat gleiche Weite mit dem Inneren des Schnabels. Bei dieser Einrichtung erhält man den Vortheil, daß das Innere des Schnabels frei bleibt, und man den Bodensaz des Oehles leicht heraus schaffen kann, so daß jeder im Stande ist, die innere Luftröhre, die den Luftzug bildet, zu puzen oder zu erneuern.

CVI. Ueber die Fabrikation des Saffians (Maroquins) von Hrn. Robiquet.

(Aus dem Dictionnaire technologique Bd. XIII. S. 124.)

Der ächte Saffian ist ein gegerbtes und auf der Narbenseite gefärbtes Ziegenfell142). Man bearbeitet auf diese Art auch die Schaffelle, welche man dann Schaffell-Saffian (mouton maroquiné) nennt. Der Name Maroquin (Marokkanisches Leder) scheint deßwegen in Gebrauch gekommen zu seyn, weil diese Kunst aus dem Königreiche Marokko nach Europa eingeführt wurde.

In Frankreich wurde die Saffian-Fabrikation erst gegen die Mitte des achtzehnten Jahrhunderts ausgeübt. Man behauptet, daß die erste Saffianfabrik in der Pariser Vorstadt Saint-Antoine von einem gewissen Garon errichtet wurde, und daß einige Jahre später (im J. 1749) ein anderer Fabrikant, Namens Barrois, eine zweite anlegte, welche durch Patentbriefe im Jahre 1765 unter die königlichen Manufakturen aufgenommen wurde.

Die ersten Nachrichten, welche man in Frankreich über die Saffian-Fabrikation in der Levante erhielt, verdankt man Hrn. Granger, einem Chirurg der königl. Marine und trefflichen Beobachter, welcher in Auftrag des Ministers, Grafen von Maurepas, verschiedene Länder bereiste und nach einander der Akademie mehrere außerordentlich schäzbare Berichte über verschiedene Industriezweige und über Naturgeschichte einsandte. Seine Beschreibung der Saffiangerberei, nach dem Verfahren, welches er in der Levante befolgen sah, ist vom J. 1735; Lalande hat sie im Detail auch in die Encyclopädie aufgenommen. Seit dieser Zeit wurden in Frankreich mehrere Saffian-Fabriken errichtet; und besonders die des Hrn.

142)

Ueber die Saffianbereitung sind bereits schon zwei schäzbare Abhandlungen im polytechnischen Journale geliefert worden, wovon die erste (über die Zubereitung des rothen und gelben Saffians in Astrachan, von Professor Dr. Petri in Erfurt) im VII. Bd. S. 186. und die zweite (über Gerberei, Lederzurichtung und Lederfärbung, von Aikin) im XVIII. Bd. S. 346. enthalten ist.

A. d. R.