Text-Bild-Ansicht Band 31

Bild:
<< vorherige Seite

Fauler, zu Choisy-le-Roi, welche durch ihre vorzüglicheren Produkte die wichtigste wurde und den meisten Ruf erhielt.

Im Ganzen genommen ist diese Kunst fast noch auf derselben Stufe, auf welcher sie bei ihrem Ursprunge stand; man befolgt nämlich noch die von Granger beschriebenen und von Lalande bekannt gemachten Verfahrungsweisen. Doch hat man mehrere Operationen vereinfacht und einige mangelhafte Punkte vervollkommnet, so daß diese Kunst wirkliche Verbesserungen erhielt, die wir aber nicht wohl bekannt machen können (qu'il nous est difficile de faire connaitre), weil sie die wahre Grundlage der Wohlfahrt dieser Manufakturen ausmachen, und weil man ihnen durch die Verbreitung derselben einen beträchtlichen Schaden zu Gunsten der Ausländer zufügen würde143). Doch wollen wir einige dieser Verbesserungen anführen und nur diejenigen zurükbehalten, welche die wesentliche Ursache des guten Erfolges unserer Manufakturen zu nahe berühren, und ihnen den großen Vortheil gewähren, billigere Preise festsezen und so allen Ausländern die Concurrenz abschneiden zu können.

Die Häute, welche zur Bereitung des Saffians dienen, sind, wie wir schon bemerkt haben, die der Ziege und des Schafes. Erstere haben nicht nur mehr Geschmeidigkeit und mehr Glanz, sondern auch größere Dauerhaftigkeit, aber dessen ungeachtet wendet man sie wegen ihres höheren Preises ziemlich selten an.

Die Pariser Fabrikanten beziehen die Ziegenfelle von verschiedenen Orten; unter den französischen gibt man denjenigen den Vorzug, welche aus den alten Provinzen der Auvergne, aus Poitou und der Dauphiné kommen; man bezieht auch eine große Menge aus dem Auslande und namentlich aus der Schweiz, Savoien und Spanien; leztere sind besonders wegen ihrer Stärke und guten Beschaffenheit geschäzt, während diejenigen aus Frankreich mehr wegen ihrer großen Feinheit gesucht sind. Bei allen diesen Eigenschaften muß der Saffiangerber eine große Auswahl treffen, und er ermangelt nicht, alle diejenigen Häute auszuschließen, welche einige Fehler zeigen, denn die geringsten unter ihnen werden nach dem Färben, besonders dem Rothfärben, sehr sichtbar. Es ist unmöglich, so sorgfältig man auch bei dem Auslesen zu Werke gehen mag, Alles gewahr zu werden; die leichtesten Schrammen und die kleinsten Knötchen sind hinreichend, die Häute so fehlerhaft zu machen, daß man sie zum Roth nicht anwenden kann, welches die delikateste Farbe und gerade diejenige ist, bei welcher man die größte Vollkommenheit verlangt; auch ist

143)

Dieß sind französische Grundsäze.

A. d. R.