Text-Bild-Ansicht Band 31

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gut zubereitet, ganz von Kalk gereinigt und nicht gegerbt worden sind, so näht man jede besonders an ihrem Rande, Fleisch gegen Fleisch, zusammen und bringt sie dann in eine Zinnauflösung, deren Oxyd sich zum Theil mit der Haut verbindet und dem Farbestoffe zur Beize dient. Nach Lalande muß der Alaun, nämlich die Alaunerde, als Beize angewandt werden und er schreibt vor 12 Pfund römischen Alaun auf acht Duzend Häute zu verwenden. Man löst dieses Salz in ungefähr 30 Pinten Wasser auf und taucht in diese Auflösung, wenn sie noch lauwarm ist, nach einander die Häute; man läßt sie darin nur einige Augenblike verweilen, worauf man sie abtriefen läßt, ausringt und zulezt noch auf dem Schabebaum ausbreitet, um die Falten zu beseitigen.

Nachdem die Häute nach der einen oder anderen dieser Methoden gebeizt worden sind, handelt es sich nur noch darum, sie zu färben und zu diesem Ende muß man anfangen, das Färbebad zu bereiten. Man verfährt hiebei folgender Maßen: man nimmt auf ein Duzend Häute ungefähr 10 bis 12 Unzen zerstoßene Cochenille, je nach der Größe der Häute; die Cochenille weicht man in einer hinreichenden Menge Wasser auf, welchem man entweder ein wenig Alaun oder ein wenig Weinstein zusezt; man kocht das Ganze einige Minuten lang in einem kupfernen Kessel und seiht dann diesen Absud durch ein enges Haarsieb, oder besser noch feine Leinwand; man theilt sodann das Bad in zwei Portionen, um zwei Mal nach einander Farbe auftragen zu können. Die erste Hälfte dieses Bades gießt man in eine Tonne, von beinahe ähnlicher Einrichtung wie die oben zum Waschen der Häute angeführte und bringt gewöhnlich acht oder zehn Duzend Häute auf ein Mal hinein; sie werden darin ungefähr eine halbe Stunde lang geschlagen, worauf man das Bad wieder erneuert und sie zum zweiten Male noch eben so lange schlägt. Nach dem Färben drükt man sie aus und gerbt sie.

Hier müssen wir bemerken, daß der Rükstand von dem Färbebade, obgleich er den Hauten nichts mehr oder doch nur sehr wenig abgeben kann, dennoch nicht an Färbestoff erschöpft ist, sondern noch viel davon enthält, aber in einer solchen Verbindung, daß ihn die auf der Haut befestigte Beize nicht mehr so leicht an sich ziehen kann, und daß derjenige Theil, welcher sich noch daraus abscheiden würde, viel weniger Glanz hätte. Um von diesem rükständigen Färbestoff Vortheil zu ziehen, füllen die Saffianbereiter das ihnen übrig bleibende Bad mit salzsaurem Zinn oder Alaun in Ueberschuß und verkaufen den so erhaltenen Carmin-Lak noch feucht an die Fabrikanten gefärbter Papiere, oder andere, welche ihn benuzen können. Wir wollen nun wieder auf das Gerben zurükkommen.

Der Saffian wird, wenigstens in den Ländern, wo die Galläpfel