Text-Bild-Ansicht Band 28

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die Theile, welche nicht plattirt werden können, löthet man gleichefalls kleine Goldstreifen auf, so daß die Gewinde-Träger überall Gold zeigen.

Diese Art plattirte Gewinde-Träger zu verfertigen, die sich auch auf dieselben anwenden laßt, wenn sie aus gediegenem Golde sind, geht sehr schnell von Statten, und kommt wohlfeil, indem dabei beinahe gar nichts verloren geht.

Mittelst einer Drehebank nimmt man einen plattirten Streifen, der als Kante oder Umfang einer vierekigen oder anderen Dose dienen soll, löthet denselben auf, bringt ihn auf eine stählerne, kupferne oder hölzerne Doke, und schlägt das plattirte Stük auf sich selbst um, um die Kanten desselben zu verbergen, die auf diese Weise überall Gold zeigen.

Was die kleinen Viereke in den Dosen betrifft, so zieht man sie in der Ville, gibt ihnen ihre Umrisse, und löthet sie hierauf auf der Dose auf, ohne daß es möglich wäre die Löthung zu entdeken, und ohne diese Viereke auszubessern, zu krazen oder zu feilen.

Alle Theile der Dose werden gehörig zusammengesezt und zusammengelöthet, ohne daß man jemahls sich der Feile oder des Krazeisens bedient, wodurch weiße Stellen zum Vorscheine kommen.

Es gibt zweierlei Arten, nach welchen man die plattirten Dosen so, wie goldene, ausprägen kann. Nach der erstell Weise nimmt man, wenn man Verzierungen geben will, die unten keine Vertiefungen haben, Stüke, die auf beiden Seiten plattirt sind, und legt sie mit einer Flache auf die gravirte Matrize, während man auf die andere einen Blok gut polirten Stahles legt, und dann darauf schlägt: auf diese Weise drükt sich die Gravirung vollkommen gut auf der einen Fläche ab, und die andere glatte Flache, die polirt werden muß, wird so schön glatt, daß man nur Holzkohle und Trippel und die gewöhnliche Politur mehr nöthig hat, um das schönste Resultat zu erhalten.

Die zweite Art besteht darin, daß man platirtes Metall nimmt, welches auf der einen Seite um die Hälfte leichter ist, als das eben erwähnte. Die Goldseite wird auf die gravirte Matrize gelegt; auf die andere Seite kommt ein Stük Kartenpapier; man schlägt und erhält auf diese Weise auf der Silber-Seite einen concaven Dessin. Auf diese Weise wird die ganze Dose mit Metall ausgefüttert, das auf einer Seite plattirt ist, so daß, wenn sie fertig ist, man nicht mehr wissen kann, ob die Verzierungen nach innen hohl sind.

Goldene Dosen werden auf dieselbe Weise verfertigt; sie brauchen aber nicht so viele Umständlichkeiten bei ihrer Verfertigung.

Die Maschinen, deren man zum Ausprägen dieser Dosen bedarf, sind die Schlagpresse, die Ramme, die Strekwalze und die Walzen-Bille (bille à roulette).