Text-Bild-Ansicht Band 28

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bei dem Atlasgewand einer Judith. Indessen kann der Arbeiter durch einige Uebung bald die Fertigkeit, ziemlich große gleichförmige Scheiben hervorzubringen, erlangen, und ich hoffe, dieß Resultat auf einer unserer Glashütten, mit welcher ich zu diesem Zweke in nähere Verbindung getreten bin, in kurzer Zeit zu erhalten.

Ein bleihaltiger Glassaz scheint das Rothe leichter zu behalten, als jeder andere, doch sind Meine Erfahrungen hierüber nicht hinlänglich, um als entscheidend gelten zu können. Ist durch Ueberoxydation des Kupfers die rothe Farbe verschwunden, so nimmt das Glas meistens eine bouteillengrüne Farbe an; der Zusaz eines desoxydiren Körpers, wie Kohlenstaub, roher Weinstein, Ruß u. dgl., ruft aber bald die rothe Farbe wieder hervor. Roher Weinstein oder Kohle sind zu diesem Zweke vorzuziehen, da man dieselben leichter rein erhält, als Ruß u. dgl. Hat man solche desoxydirende Körper zugesezt, so muß man sich durch die allzu dunkle und unreine Farbe der oberen Lagen des rothen Glastiegels nicht irre machen lassen, weil die unteren Lagen meistens dennoch ganz schön, und von der hellsten Tinte sind. Schöner ist aber doch immer das Roth, wobei man keines späteren Zusazes bedarf, und man muß diesen dadurch vermeiden, so viel man immer kann, daß man sucht den rothen Glassaz gleich zu verarbeiten, so wie er lauter ist.

LXXXVII. Ueber die Verbesserungen, welche man neuerlich bei Fabrication des Runkelrüben-Zukers eingeführt hat. Von Hrn. Dubrunfaut.

Im Auszuge aus dem Industriel. Dec. 1827. S. 65. im Bulletin des Sciences technol. N. 2. S. 126.

Der Hr. Verfasser bestreitet im Eingange die Ansicht derjenigen, die die Runkelrüben-Fabrication in Europa, und namentlich in Frankreich, nur als einen durch den Unsinn der Mauthsysteme erkünstelten Industriezweig betrachten; er stellt Thatsachen auf, die zur Erwartung berechtigen, daß der Runkelrübenzuker in Frankreich bald zu demselben Gestehungspreise gelangen kann, auf welchem er in den Kolonien steht, nämlich zu 2 bis 3 Sous das Pfund.

Zum Beweise, daß der Bau der Runkelrüben noch vieler Verbesserungen fähig ist, führt er die Abhandlung des Hrn. de Beaujeu auf, der versichert, 500 Kilogramm (10 Zentner) Runkelrüben-Wurzeln für 4 Franken (1 fl. 46 kr.) liefern zu können.

Die Aufbewahrung der Wurzeln scheint dem Verfasser die erste Klippe, an welcher die Kunst scheitern könnte, und auf welche Fabrikanten und Gelehrte ihr Augenmerk vor Allem zu richten haben.