Text-Bild-Ansicht Band 19

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Zeichenpapier für Mahler und Zeichner von Hrn. Couder.

Man löst fein gestoßenen Tragant schnell in einem glasirten irdenen Topf in kaltem Wasser auf, indem man ihn fleißig mit einem hölzernen Löffel umrührt. Man sezt nicht mehr Wasser zu, als nöthig ist, um eine Gallerte daraus zu bereiten auf 1 Loth Tragant beiläufig ein Pfund Wasser. Man bestreicht nun mit dieser Gallerte mittelst eines Pinsels oder einer Bürste das Papier, troknet dasselbe an einem gelinden Feuer, worauf es sowohl Oehl- als Wasserfarben aufnehmen kann: lezteren wird etwas von obiger Tragant-Auflosung zugesezt. Tinte nimmt dieses Papier nicht an. Wenn einzelne Theile des Gemäldes retouchirt werden sollen, darf es nur mit einem Schwamme, Pinsel, oder mit etwas reiner Leinwand mit obiger Flüssigkeit überfahren werden, und die retouchirte Stelle wird wie neu gemahlen seyn. (London Journ. of Arts. November 1825. S. 275.)

Entdekungs-Mittel der Krapp-Verfälschung.

Hr. Ermerins hat gefunden, daß, wenn man verfälschten Krapp auf einem eisernen Löffel in Asche verwandelt, die Asche des reinen Krapps beinahe schwarz und mit weißen Punkten besezt ist; die der Rinde grau ist; die der fremden Körper graubraun oder schwarz und beinahe um die Hälfte schwerer ist, als die des reinen Krapps. Verfälschter Kalk färbt das Wasser dunkler, und sezt sich schneller zu Boden. Hr. Dr. Craanen fand, daß Scheidewasser auf reinen Krapp gegossen durch beigesezte blausaure Pottasche blau wird, und Berlinerblau gibt, verfälschter aber grün wird, und keinen Niederschlag gibt. (Allg. Konst. en Letterboede. 1825. N. 28. 29. S. 43. u. 54. Bulletin univ. Technologie. Oktober, S. 239. Ausführliche Anleitungen zur Untersuchung des Krapp auf Verfälschung, so wie überhaupt alles, was auf die verschiedene Krapp-Sorten Bezug hat, findet man in Bancroft's Färbekunst, deutsche Ausgabe von Dingler und Kurrer, Nürnberg bei Schrag, 1818. Bd. II. S. 267. u. f.)

Gelbholz.

Es wird jezt aus Siam ein Gelbholz eingeführt, das man für Morus tinctoria hält, und welches eine weit schönere und haltbarere Farbe liefert, als das aus Cuba und Brasilien. Die Siamesen und Chinesen nennen es Kaleh, und die Malayen Kadarang. Es kommt wohlfeiler als Sandelholz und gilt zu London 10 bis 12 Pfd. Sterl. (Singapore Chron. 3. Febr. 1825. Asiat. Journ. Sept. 1825. Bulletin univ. Technol. Octob. S. 241.)

Hrn. Charles Barbiermesser mit Metallrüken und abzunehmenden Klingen.

Hr. Charles, Messerschmied zu Paris, nahm am 17. Februar 1817 ein Patent auf diese Barbiermesser für 5 Jahre. Die Rüken dieser Barbiermesser werden massiv gearbeitet, bleiben aber weich, so daß sie gefeilt werden können, und sind unten, der ganzen Länge der Klinge nach, ausgehöhlt, welche Höhlung man ihnen durch ein Schneiderad in der Drehebank gibt; hierauf werden sie in derselben Drehebank polirt. Das obere Ende des Rükens ist mit einem Loche versehen, zur Aufnahme einer Schraube, welche das Messer festhält.

Die Klinge aus Gußstahl wird flach gehämmert, und nach einem Modelle zugefeilt, welches genau mit der Furche in dem Rüken correspondirt, dann gehärtet, geschliffen und abgezogen.

Die Klinge hat an ihrem Rüken, an ihrem oberen Ende eine kleine schiefe Oeffnung, die einen Haken bildet, wodurch sie in die kleine Schraube des Rükens eingehäkelt wird. Das untere Ende der Klinge bildet einen einspringenden Winkel, der über der Verlängerung des Rükens an der Stelle, wo die Furche endet, reitet.