Text-Bild-Ansicht Band 19

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man koche zwei Theile rohes gelbes Harz, einen Theil gewöhnliche Danziger-Pottasche, und 4 Theile Wasser mit einander. Man verfahre und leite das Feuer mit Vorsicht; denn diese Substanz steigt mit solcher Heftigkeit, daß man Alles verlieren würde, wenn man das Verfahren nicht wüßte. Der Erfolg der Operation hängt vorzüglich von der Leitung des Feuers, und dem Grade des Kochens ab, was sich nur durch die Erfahrung erlernen läßt. Wendet man statt des rohen Harzes und statt der gewöhnlichen Pottasche, reines Harz und die weiße americanische Pottasche63) an, so erhält man eine vorzüglichere Seife.

Anwendung dieser Seife. Man bedient sich derselben, wie der Seife in Stüken, zu jeder Art von Wäsche und zu den gewöhnlichen Leinwanden; will man sehr feine Baumwollenzeuge bleichen, so bringt man, um die in derselben enthaltenen Unreinigkeiten zu beseitigen, die gehörige Menge dieser Seife in einen kleinen Flanellsak, welchen man oben mit einem Bindfaden zuschnürt, und mit diesem kleinen Sake von Harzseife reibt man die Wäsche, wie mit einem Stüke gewöhnlicher Seife; auf diese Weise bleiben die, in der Seife enthaltenen, Unreinigkeiten im Sake zurük. Diese Vorsicht ist bei der gewöhnlichen Wäsche unnöthig: denn das Ausspülen der Wäsche beseitigt diese kleinen Unreinigkeiten leicht. Zu bemerken ist, daß man die Harzseife nie mit der Wäsche in einem Kessel sieden lasse; man muß in Kufen waschen, in welche man Wasser gießt, welches so heiß ist, daß man die Hände darin halten kann.

In den Kattun-, Indiennen- und Leinwand-Fabriken kann man, wenn man sich dieser Seife zum Walken bedienen will, eine gehörige Menge davon in einen, oben mit Bindfaden zugeschnürten, wollenen Sak bringen, hierauf in den Walktrog die gehörige Menge lauen oder kalten Wassers gießen, und den wollenen Sak sammt dem Zeuge hineinthun, worauf dann der Walker alle, ihrer Unreinigkeiten beraubte, Seife austreibt. Man darf nicht glauben, daß diese Seife der Farbe der Indiennen schadet.

Jene Personen, welche wünschen, daß ihre Wäsche nach Marseiller-Seife riecht, können die Wäscherinnen dadurch befriedigen, daß sie die Wäsche nach dem Ausspülen, durch ein Marseiller-Seifen-Wasser ziehen; sie wird dann den Geruch derselben

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Gute calcinirte deutsche Pottasche thut dieselben Dienste. D.