Text-Bild-Ansicht Band 19

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eben so behalten, als wäre sie mit diesem Wasser gewaschen worden.

Diese Seife verdirbt nicht; man kann damit Seide waschen und sogar entschälen, man muß sie aber dann in einer Auflösung von fetter Seife durchnehmen, um ihr den gehörigen Glanz zu geben; man könnte sich also nur in Ermanglung von Marseiller-Seife dieser Seife bei Seide bedienen. Diese Seife läßt sich mit jeder anderen Seife, und zwar in jedem Verhältnisse, verbinden; auf diese Weise wird sie auch milder und weniger schwarz.64)

XLIX. Ueber den Jodgehalt des Mineral-Wassers zu Heilbrunn in Bayern.

Von Emil Dingler in Augsburg.

Herr Hofrath und Academiker Dr. August Vogel in München hat der königl. Academie der Wissenschaften daselbst am 12. Novber. 1825 seine sehr interessante Entdekung mitgetheilt, daß ein Mineral-Wasser zu Heilbrunn bei Tölz im Isarkreise Bayerns, unter den Landleuten dieser Gegend als sehr wirksam in Krankheiten des Drüsensystems und namentlich gegen den Kropf bekannt, unter seinen Bestandtheilen Jod enthält, welches darin, nach seinen Versuchen, als Hydriodsäure an Natrum gebunden ist. Dieses Wasser hat daher die Eigenschaft, daß es, mit Stärke-Auflösung versezt, auf Zusaz von Salpetersäure, eine dunkelblaue Farbe annimmt.

Da ich bald nach der Bekanntmachung jener Entdekung durch die Güte der HHrn. Rentbeamten Dr. Mayer in Tölz,

64)

Die leztere Verbindung ist vielen Seifensiedern in Deutschland nichts Neues, denn viele substituiren einen Theil der Fette durch Harz, und sieden Fett und Harz mit Lauge gleichzeitig zur Seife. Indessen ist der Harzzusaz als ein Betrug anzusehen, der da, wo es noch gehandhabte Polizeibehörden gibt, durch solche abgeschafft werden sollte. Ein anderes wäre es, wenn der Seifensieder solche Seife unter dem Namen der Bestandtheile „Harzseife“ oder „Harz-Talgseife“ verkaufte, wo dann dem Consumenten frei stünde, sich dieser oder der Fettseife zu bedienen. D.