Text-Bild-Ansicht Band 19

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Es erhellt nicht aus dieser Erklärung, daß dieses Wasser Rad Ruder treiben soll, oder irgend einen anderen Apparat zum Fortbewegen des Schiffes, und wir wissen nicht, wozu dieser hydropetic propellant dienen soll.95)

LX. Analyse der Schiffsplane der brittischen Flotte. Von Joh. Major, Foreman of Chatham Yard, ehemals an der Schule der Schiffsbaukunst, (School of Naval Architecture.)96)

95)

Man wird es lächerlich, und der Himmel weiß wie ungereimt finden, daß der Uebersezer hier erzählt, wie ihm vor mehreren Jahren stromaufwärts fahrend, träumte, das Schiff, auf dem er fuhr, würde von einem Wasserrade aufwärts getrieben, auf welches das Wasser von dem Strome hinauf geleitet wurde, allein der Traum war nun einmahl wirklich so. Es ist ihm nicht eingefallen seit so vielen Jahren auf seinen Traum ein Patent zu nehmen; wenn er aber eines darauf nehmen wollte, würde er die Vorrichtung einfacher machen. Es ist offenbar, daß, wenn die Röhre, d, am Hintertheile oder Vordertheile des Schiffes, je nachdem man stromauf- oder abwärts fährt, angebracht ist, und sich unter dem Wasser in einen umgekehrten Trichter endet, das Wasser, wenn oben an derselben ein Stämpel mit einem Ventile angebracht ist, sich leicht bis zur Höhe von 30 Fuß hinaufziehen läßt, und dann ohne vieles weitere Pumpen, in den Trog, und aus diesem als Aufschlag-Wasser auf ein darunter angebrachtes Eimer-Rad mit einem bedeutenden Falle herabfallen, und dieses mit einer Kraft treiben kann, die, wenn mehrere solche Röhren und Räder angebracht sind, welche mittelst eines Getriebes die Ruder-Räder in Umtrieb sezen, wohl eine Dampf-Maschine auf einem Fluße, nicht aber auf einem großen See, oder auf dem Meere zu ersezen vermöchten.

A. d. Ueb.

96)

Da Deutschland durch seine Hansee-Städte, die neuerlichst so zu sagen, englisches Bürger-Recht erhalten haben, wieder eine Schifffahrt erhielt, wie es dieselbe bisher durch keinen seiner deutschen Kaiser und Könige erhalten hat, und Schiffbaukunst folglich auch für Deutschland wieder Werth gewinnt; so werden wir zuweilen Aufsätze über Schiffbaukunst aufnehmen, die wir bisher gewöhnlich nur andeuteten. So sehr wir uns dieses Aufschwunges unserer biederen