Text-Bild-Ansicht Band 19

Bild:
<< vorherige Seite

einem Puncte in dem Mittelpuncte des Bohrers Hinsehen. Die obere concave Fläche der Stahlplatte ist daher als die hohle Seite eines Meißels zu betrachten, an welchem man dadurch eine Schneide hervorbringen kann, daß man den Stahl an der entgegengesezten Seite der Platte an dem Ende der Hülse wegschleift in convexer Form, so daß diese mit der Höhlung an der oberen Seite correspondirt. Diese schneidende Kante steht daher beinahe in der Richtung eines Halbmessers, mit ihrem äußeren Ende etwas nach aufwärts gebogen, und man muß bei dem Schleifen wohl Acht geben, daß der Stahl an dieser Meißel-Schneide hinter der Kante derselben hinlänglich weggenommen wird, um den Meißel unter einem schneidenden Winkel in das Holz eingreifen zu lassen. Das Messer, oder die umschreibende Kante der spiralförmigen Hülse wird an dem äußeren unteren Winkel der Stahlplatte gebildet, indem man auf der Kante eines Schleifsteines so viel von dem Stahle zwischen der Kante des unteren Winkels und dem Mittelpuncte wegschleift, daß nur eine dünne scharf schneidende Lippe an dem Umfange übrig bleibt, jedoch mit der Vorsicht, daß die umschreibende Kante etwas nach unten über dem äußeren Winkel des Meißels hervorsteht.

Es ist nun nur noch nöthig beizufügen, daß bei dem späteren Schleifen oder Scharfen dieselbe Methode befolgt werden muß, wie bei dem ersten, und so kann der Bohrer bis auf die lezte Windung zugewezt werden, ohne daß er seine Figur und Güte im Mindesten ändern wird. Nach dem Schleifen wird der Central-Leitungsstift, wie Fig. 7. zeigt, eingesezt: die Länge der hervorstehenden Spize desselben wird durch das Einschrauben des gegenüberstehenden Endes in den Schenkel bestimmt.

Dieser Bohrer fordert bei dem Bohren nicht die mindeste Gewalt, indem die kegelförmige Holzschraube am Ende des Central-Leitungsstiftes ihn, so wie er sich dreht, in das Holz einzieht, und die beiden schneidenden Kanten, die immer scharf erhalten werden können, mit solcher Leichtigkeit und in so vortheilhafter Lage durch das Holz durchdringen, daß eine sehr geringe Kraft bei dem Umdrehen desselben ein vollkommen rundes Loch bildet, und die Späne oben bei dem Loche heraustreibt, wie er weiter eindringt.