Text-Bild-Ansicht Band 19

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Morosis Systeme anzubringen: diese Leisten können 2–3 Zoll Uebersprung haben.

2) Hier nun die Haupt-Einrichtung des Laufes und des Schuzbrettes:

Der Lauf, BC, ist hier unter 1/10 geneigt in der Absicht, dem Wasser den Verlust an Geschwindigkeit zu ersezen, der durch die Reibung gegen die Wände verursacht wird; seine Neigung kann ohne Nachtheil viel kleiner seyn, wann die Wasserschichte dik, oder die Geschwindigkeit gering ist, wie es meistens der Fall ist. Der Lauf muß so breit, oder, was noch besser ist, ein wenig schmäler, als die Eimer des Rades seyn. In dieser Absicht muß man in seinen Seitenwänden kreisförmige Vertiefungen, D E C, (Fig. 1, 2 und 3.) anbringen, die geeignet sind, die Ringe und einen Theil der Eimer des Rades aufzunehmen; es muß der möglich kleinste Spielraum zwischen diesen Wänden und den Ringen Statt finden; endlich muß man einen Vorsprung, E F, in einer gewissen Entfernung von der Verticalen der Are des Rades anbringen, um dem Wasser nach seinem Austritte aus den Krummen Ausfluß zu verschaffen: der Lauf muß überdieß soviel möglich in der Umgegend dieses Vorsprunges erweitert seyn (Fig. 2.), um diesen Ausfluß desto mehr zu erleichtern. Was das Strebeholz, B O, betrifft, so ist es nöthig, dasselbe so vorwärts zu neigen, daß es sich den Theilen des Rades nähert; und, unter diesem Verhältnisse, muß man auch das Schuzbrett, B R, außen anbringen, indem man es aus einer Platte von starkem Bleche, oder aus einer Gußeisen-Platte, welche in einen Falz einpaßt, der an den Baken des Laufes angebracht ist, verfertigt. Die Regierung desselben geschieht mittelst einer Winde, oder auf jede andere Art.

Wir werden später auf diese verschiedenen Einrichtungen zurük kommen, wann wir durch Theorie und Versuche die einzelnen Daten der Frage aufgestellt haben werden; für jezt genügt es uns, eine allgemeine Idee des Apparates gegeben zu haben.

3) Um die Theorie des Rades, um welches es sich hier handelt, fest zustellen, werden wir bemerken, daß das Wasser, wann es aus der Schleuse tritt, eine Geschwindigkeit annimmt, deren Richtung beinahe tangentiell mit dem Umkreise des Rades ist; so daß, wenn man das erste Element der Krummen der Flügel selbst als Tangente, oder fast als Tangente zu diesem Umkreise