Text-Bild-Ansicht Band 19

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144) Bei der gegenwärtigen Unvollkommenheit der Hydraulik würde es, wie ich glaube, sehr schwierig seyn, den Verlust an lebendiger Kraft durch den Stoß in der Untersuchung, die uns beschäftigt, mit Genauigkeit zu bestimmen; die vorausgehenden Betrachtungen können hinreichen, um, im Allgemeinen, die Gränzen zu bezeichnen, und sich über die Wirkungen zu vergewissern, welche man in vorgehender Theorie dem Stoße anzuweisen versuchte.

7. Ueberdieß scheint es nicht nothwendig, für den Fall krummer Schaufeln, das erste Element dieser Krummen auf den Umkreis, des Rades so viel zu neigen, als es die vorläufig angestellten Betrachtungen über die geraden Schaufeln anzuzeigen scheinen, und statt 23° Neigung kann man ohne Gefahr ihnen viel weniger, z.B. 10 bis 15° geben. Man merkt in der That, daß, da die Wasserschichte, welche auf die krumme Schaufel stößt, eine gewisse Höhe hat, nicht nur das erste Element der Krummen einen Stoß erleidet, sondern mehrere nach einander folgende Elemente; nun sind diese Elemente mehr und mehr auf den Umkreis des Rades geneigt, so daß das Wasser nothwendig auf eines trifft, wofür der Stoß Null ist.

Wenn man diese leztere Einrichtung für die Krummen annimmt, sieht man, daß nicht nur die lebendige Kraft, welche durch den Stoß des Wassers verloren geht, sehr gering ist, sondern daß auch die relative Geschwindigkeit dieses Wassers beim Austritte aus den Krummen eine Richtung haben wird, die, gemäß der Theorie, wahrscheinlich die angemessenste seyn wird.

8. Die Form der Krummen der Schaufeln ist ganz gleichgültig, wie man weiß, vorausgesezt, daß sie eine fortlaufende

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negativ werden, d.h., in entgegengesezter Richtung von der Bewegung des Rades wirken kann; wenn man nun dieses auf die krummen Schaufeln überträgt, wird man leicht einsehen, daß es nur für einen sehr kleinen Theil ihrer Ausdehnung statt findet; angefangen nähmlich von dem äußeren Umkreise des Rades; die Wasserschichte, die auf diesen Theil stößt, wird also nicht nur ein sehr kleiner Bruch der ganzen in den Lauf gedrungenen Wasserschichte seyn, so daß der normale Druk äußerst schwach seyn wird, sondern es wird auch der Arm des Hebels dieses Drukes, im Verhältnisse zum Mittelpuncte des Rades viel kleiner seyn, als der Radius, welcher den Arm des Hebels für den Total-Druk, oder, für die auf dieses Rad ausgeübte Kraft vorstellt. Dieser Druk ist also, für die Praxis, leicht zu übergehen.