Text-Bild-Ansicht Band 19

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ist, und daß sie dem Strome ihre Concavität darbiethet; dieß gilt aber nicht ebenso von ihrer Höhe über dem äußeren Umfange des Rades, d.h. von der Breite der Ringe; diese Höhe muß groß genug seyn, damit das zufließende Wasser seine ganze relative Geschwindigkeit verlieren könne, indem es die Länge der Krummen wieder herabsteigt.

Wir haben gesehen, daß die Geschwindigkeit des Aufsteigens des Wassers über die Länge der Krummen, V – v, war, und daß es sich zu einer Höhe

((Vv)/2g

erhob; sie ist also veränderlich mit der Geschwindigkeit, v, des Rades, und die möglich größte für den Fall, wo das Rad unbeweglich ist; da diese Höhe dann

V²/2g

ist, so sieht man, daß man der Krummen eine Höhe geben müßte, die jener des Falles gleich wäre, wenn man die ganze Geschwindigkeit des Wassers beim Austritte aus dem Rade gewinnen wollte; allein da diese Dimension der Schaufeln oft übermäßig und unausführbar wäre, und da man überdieß ohne großen Nachtheil einen Theil der Wirkung des Falles in dem Augenblike, um den es sich handelt, aufopfern kann, so halten wir es in den meisten Fallen genügend, den Krummen nur die Höhe zu geben, welche der Geschwindigkeit, v = 1/2 V, des Maximum der Wirkung, entspricht.

Obiger Ausdruk für diese Höhe wird also

1/4 V²/2g'

d.h. sie ist genau ein Viertel des ganzen Falles. Für die Fälle über 2 Meter wird man es oft für vortheilhaft finden, sich an dieses Verhältniß zu halten, während man sie für viel kleinere Fälle ohne Nachtheil vergrößern kann, indem man sie z.B. auf die Hälfte, oder ein Drittel der ganzen Höhe des Falles bringt. Man muß daher in allen Fällen über die Bauart, welche man anzubringen sich vornimmt, und nach der Beschaffenheit der Materialien, die man dazu verwenden will, in's Reine kommen, ohne zu vergessen, daß immer ein Vortheil mit der Vergrößerung der Krummen oder der Ringe, die sie enthalten, verbunden ist; denn außerdem, daß es sich in der Praxis oft