Text-Bild-Ansicht Band 19

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indem man es genau in senkrechter Richtung hielt: es ist einleuchtend, daß die Dike des Lineals genau die Schleusen-Oeffnung gab.

Was die Art, die Höhe des Wassers im Gefäße zu bestimmen, betrifft, so wandten wir anfänglich einen Schwimmer an, welcher sich nach der Länge einer graduirten Stange auf und nieder schob; als aber dieser Schwimmer gebrochen war, so sezte man an seine Stelle später das gerade Maß der Wassertiefe, mit Hülfe eines Lineales von Kutsch, welches in Millimeter abgetheilt war: dieses Maß wurde verschiedene Male in demselben Versuche genommen, um sich zu überzeugen, daß sich das Niveau nicht bedeutend geändert habe.

16. Die Weise das Niveau zu bestimmen ist, wie man weiß, der zarteste und schwerste Theil bei Versuchen dieser Art; sie erfordert viele Sorgfalt und Geduld. Da uns überdieß die mehr oder minder sinnreichen Mittel, welche von verschiedenen Kunstverständigen angewendet werden, nicht zu Gebote standen; so begnügten wir uns auf der Seite des Gefäßes oder Behälters einen Kanal und ein Schuzbrett für den Abfluß anzubringen, dessen Dimensionen dem ganzen Strome des Wassers, welches der Bach lieferte, genügten: da das kleine Schuzbrett des Rades auf angemessene Weise erhoben war; so bestimmte man durch öfteres langes Versuchen die Oeffnung dieses Abflusses so, daß man ein beständiges Niveau erhielt, welches der eigentliche Gegenstand des anzustellenden Versuches erforderte.

Die Zeit wurde mittelst eines Zählers von Breguet gemessen, welcher halbe Secunden gibt, und man erhielt die Quantität Wassers, welche in einer Secunde floß, durch die Zeit, welche erforderlich war, ein mehrere Male geeichtes Gefäß zu füllen, das genau 184 Liter faßte. Man hielt immer nur jene Versuche für gut, welche mehrmals wiederholt, nur Differenzen von einer halben Secunde in der ganzen Dauer des Fließens gaben, und ebenso ward es auch mit den übrigen Arten von Versuchen, wovon in der Folge Rechenschaft gegeben wird, gehalten.

17. Ehe wir weiter gehen, und die Anordnungen beschreiben, mittelst welcher man dahin gelangte, genau die Quantitäten der Wirkung zu bestimmen, welche durch das Rad unter verschiedenem Falle und bei verschiedenen Oeffnungen des Schuzbrettes geliefert werden, ist es nöthig einen merkwürdigen Umstand